Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel
Wo Heidi auf die Katzen trifft

Intendant Michael Lerchenberg (links) und Bürgermeister Karl-Willi Beck stellen den Luisenburg-Spielplan für die Saison 2017 vor. Bild: stg
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Bayern
21.11.2016
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"Wir wollen es noch mal so richtig krachen lassen", verspricht Michael Lerchenberg - er selbst wird es als "Der Theatermacher" tun. Mit der Spielzeit 2017 geht bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel eine Ära zu Ende, denn sie markiert den Abschluss der Intendanz Lerchenbergs. Der Vorverkauf startet am 22. November.

Wunsiedel. Ein Hauch von Abschiedsstimmung liegt in der Luft, als Intendant Michael Lerchenberg und der Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck am Freitagnachmittag das Programm für die Spielzeit 2017 vorstellen. Gerade einmal ein Vierteljahr ist es her, dass Lerchenberg seinen vorzeitigen Abschied aus Wunsiedel verkündet hat, umso größer wirkt sein Ehrgeiz, dass die kommende Saison erneut ein voller Erfolg wird. "Im Jahr 2016 waren es 141 276 Besucher", verkündet Beck, der von einer "emotionalen Saison" spricht.

Nötige Gelassenheit


Damit meint er nicht nur den angekündigten Abschied Lerchenbergs, sondern auch zwei Todesfälle in den vergangenen Wochen: Michael Altmann, der die Titelrolle im "Verkauften Großvater" gespielt hat, sowie die langjährige Betriebsdirektorin und "gute Seele" der Festspiele Martha Baumeister-Boettge. "In der Stadt und in der ganzen Region wird auch im kommenden Jahr Wehmut dabei sein", betont Beck mit Blick auf das Ende der Ära Lerchenberg. Emotionen würden aber zum Theater dazugehören, gleichzeitig wünscht er sich aber auch die nötige Gelassenheit.

Bekannter Vierklang


Der neue Spielplan, erklärt Lerchenberg, baut zum einen auf dem bekannten Vierklang - Familienstück, Musical, Volksstück, Klassiker - auf, zum anderen sei man aber mittlerweile auch weit darüber hinaus gewachsen. Los geht es am 31. Mai mit dem Familienmusical "Heidi" nach dem Roman von Johanna Spyri und in einer Theaterfassung speziell für Luisenburg von Eva Toffol. "Das Stück gehört einfach auf diese Bühne", sagt Lerchenberg. In der Version aus Schauspiel, Tanz und Musik wird Eva-Maria Thöny Regie führen, die Titelrolle der Heidi spielt Maria Kempken (2016 in "Bluthochzeit" zu sehen), in die Rolle des Alm-Öhi schlüpft Paul Kaiser.

Die Abend-Saison wird am 23. Juni eröffnet mit dem Volksstück "Die Pfingstorgel" von Alois Johannes Lippl. Die Geschichte, die erstmals 1935 auf der Luisenburg in Szene gesetzt worden war, bezeichnet Lerchenberg als "Schelmenkomödie mit viel Musik" von einem Autor, dessen Werke erscheinen, "als wären sie für die Luisenburg geschrieben". Regie führt Steffi Kammermeier (die 2011 auch Lippls "Der Holledauer Schimmel" in Szene gesetzt hat), auf der Bühne steht neben Norbert Heckner, Veronika von Quast und Michael Vogtmann auch die "Oberpfälzer Nationalmannschaft" (Lerchenberg), bestehend aus Norbert Neugirg, Berthold Kellner und Christian Höllerer.

Alle Rekorde gebrochen


Wiederaufgenommen wird ab 29. Juni das Musical "Cats" von Andrew Lloyd Webber. "Damit haben wir 2016 alle Rekorde gebrochen", erläutert der Intendant. Es sei schon "Pflicht", das Stück noch einmal zu spielen. Regie führt erneut Musical-Star Hardy Rudolz, der auch auf der Bühne stehen wird. Mit dem Stück "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard verabschiedet sich Michael Lerchenberg ab 14. Juli als Schauspieler von der Luisenburg. "Das Stück und der Autor sind erstmals auf der Luisenburg zu sehen", betont der Intendant. Es sei für ihn immer klar gewesen, dass er mit diesem Stück - einer Satire voller Scherze, Ironie und tieferer Bedeutung über das Theater und seine Macher - aufhören will. Regie wird Carl Philip von Maldeghem führen, neben Lerchenberg wird unter anderem Alfred Schedl auf der Bühne stehen.

Auch Operette und Oper wird es 2017 wieder auf der Luisenburg-Bühne zu sehen geben: Die Operettenbühne Wien präsentiert ab 10. August "Die Csardasfürstin" von Emmerich Kálmán, ab 17. August dürfen sich die Opernliebhaber auf Mozarts "Zauberflöte" als Gastspiel der Landesbühne Sachsen freuen.

In der Reihe "LuisenburgXtra im Museumshof" werden 2017 drei Produktionen zu sehen sein: Los geht es am 12. Juli mit dem Soloprogramm "Dr. Wahn" des Luisenburg-Stars Paul Kaiser, der naturwissenschaftlich-philosophischen Wahnsinn präsentieren wird. Die Stubenoper "Der varreckte Hof" von Georg Ringsgwandl feiert am 19. Juli Premiere , Regie führt Steffi Baier. Es wirken unter anderem mit Andreas Bittl sowie die gebürtige Weidnerin Kathrin Anna Stahl. Michael Lerchenberg präsentiert ab 26. Juli - begleitet von Tubist Florian Burgmayr - sein Ludwig-Thoma-Programm "Pfarrer, Pfaffen und Pastoren" zum 150. Geburtstag des Schriftstellers.

Weitere Gastspiele


Drei weitere Gastspiele auf der Luisenburg-Bühne stehen ebenfalls fest: Am 18. Juli spielt die österreichische Kultband "Erste Allgemeine Verunsicherung" , am 24. Juli präsentierten Michael Lerchenberg, Conny Glogger, Gert Anthoff sowie Solisten der Münchner Staatsorchester unter der Leitung von Andreas Kowalewitz "Opern auf Bairisch" und am 2. Jul i stehen die Blechbläser von "Mnozil Brass" auf der Bühne.

ServiceDer Vorverkauf beginnt am Dienstag, 22. November, ab 8 Uhr. Weitere Informationen unter www.luisenburg-aktuell.de oder in der Tourist-Information in Wunsiedel (Telefon 09232/602-162).

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
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