Nürnberg Symphoniker feiern 70. Saison - Neue Reihe für Menschen mit Demenz
Herz, Verstand und Seele berühren

Kultur BY
Bayern
13.05.2015
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Künstlerische Qualität und stilistische Bandbreite, so lauten die Markenzeichen der Nürnberger Symphoniker. Seit ihrer Gründung 1946 gibt es für sie keine musikalischen Grenzen. Ob Oper, Operette, Oratorium, Film oder Symphoniekonzert - in all diesen Genres machen sie Musik zum Erlebnis. Bei rund 100 Auftritten pro Jahr ziehen sie an die 200 000 Zuhörer in ihren Bann. Zur neuen Saison 2015/2016, die Intendant Lucius A. Hemmer und Chefdirigent Alexander Shelley bei einer Pressekonferenz in Nürnberg vorstellten, wird das Programm um die Reihe Nachmittag Extra und um Produktionen mit elektronischen Klängen erweitert.

Für die 70. Saison haben sich alle Beteiligten ein besonderes Jubiläumsprogramm einfallen lassen. Gleich zum Auftakt am 26. September gastiert der ukrainische Klavier-Star Valentina Lisitsa in der Meistersingerhalle. Neben dem 2. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow bringt sie Igor Strawinskys Feuervogel (Suite 1945) zum Leuchten. Die Wiener Glasharmonika-Virtuosin Christa Schönfeldinger interpretiert am 31. Oktober Werke von Mozart und Beethoven. Und zum Start ins neue Jahr gibt es am 5. Januar einen vergnüglichen Streifzug durch die Welt der Wiener und Berliner Operette.

Literatur-Ausflüge

Weitere Höhepunkte sind die Auftritte von Albrecht Mayer, der am 27. Februar anspruchsvolle Ausflüge in die neoromantische Oboen-Literatur wagt und von Andreas Martin Hofmeir am 7. Mai, der nicht nur als Tuba-Solist gefragt ist, sondern auch als Kabarettist Preise einheimste. Bereits am 8. November 2015 wird Christian Lindberg mit seinem Jazz-Partner Nils Landgren (Posaune) die Meistersingerhalle kräftig aufmischen, bis dann im März Star-Pianist Martin Stadtfeld mit zwei Festkonzerten in der Frankenmetropole aufwartet. Stadtfeld wird Rachmaninows letztes Werk, die mitreißenden Symphonischen Tänze von 1940 und Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll präsentieren.

In der Reihe Symphoniker Plus lädt der Schauspieler Rufus Beck am 25. und 26. November zu einer von Jules Verne inspirierten Reise zum Mond ein. Das Opera Swing Quartet bietet am 17. und 18. März eine gelungene Melange aus Swing und Jazz. Für die Reihe "Shelley meets..." gewann man den Soul-Sänger John Davis, der am 21. November Ausflüge in den Jazz und Soul wagt.

Besonders spannend aber ist das Experiment, das sich hinter der neuen Reihe Nachmittag Extra verbirgt: Mit einem Konzert am 4. Februar will man Menschen mit Demenz ansprechen. Bekannte Melodien sollen bei Betroffenen und ihren Angehörigen Erinnerungen an alte Zeiten wecken. Schließlich wusste schon Leonard Bernstein: "Wenn wir einander mit Musik berühren, berührt einer des anderen Herz, Verstand und Seele!"
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