Nürnberger Bardentreffen wird 40 Jahre alt - 22 Bands der ersten Stunde
"Langhaarig, hochpolitisch, trinkfest"

Georg Ringsgwandl (rechts) und seine Band sind am 1. August (20.15 Uhr am Sebalder Platz in Nürnberg zu hören. Bild: Christian Kaufmann
Kultur BY
Bayern
10.07.2015
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"Langhaarig, hochpolitisch, trinkfest", so beschreibt Johannes Härtel die erste Generation des Bardentreffens im August 1976. 28 Bänkelsänger traten zum Wettsingen an. "Vier Bereitschaftspolizisten in Zivil bewachten unauffällig die Veranstaltung", fügt der Mit-Erfinder des Lieder-Contests hinzu. Mittlerweile reisen rund 200 000 Besucher aus aller Welt ins Herz der Nürnberger Altstadt, um den unterschiedlichen Klängen zu lauschen. In diesem Jahr - zum 40-jährigen Jubiläum - gibt es sogar einen Extra-Tag zusätzlich mit Sonderkonzerten des Ruhrpott-Rockers Stefan Stoppok und des Berner Gitarristen Stephan Eicher.

Budget von 400 000 Euro

Als Johannes Härtel, heute 68, einst im Presseamt der Stadt das Bardentreffen mit aus der Taufe hob, "war das alles noch ein ehrenamtlich Ding". 7842 Mark kostete das Ursprungs-Festival. Heute gibt es ein Budget von 400 000 Euro. 1976 konnte ein junger Thomas Gottschalk für die Jury des Sing-Wettbewerbs gewonnen werden. Als Gewinner durfte man 14 Tage lang das Mittelmeer überqueren, einen Deutschlandflug der Lufthansa genießen oder ein Wochenende mit einem Audi prahlen. Ab 2004 kam der Durchbruch und mit ihm kamen die Massen. Für die Jubiläumsveranstaltung, vom 30. Juli bis 2. August, ist erstmals der 35-jährige Musikmanager Rainer Pirzkall zuständig. Genauso wie sein Vorgänger Charly Fischer ist er als Musiker öffentliche Auftritte gewohnt.

Toll ist, dass in diesem Jahr 22 Barden der ersten Stunde teilnehmen. Mit dabei sind unter anderem der Bairisch-Diatonische Jodelwahnsinn, Manfred Maurenbrecher, Georg Ringsgwandel und Günter Stössel. Erstmals geben ausgewählte Musiker des offiziellen Bühnenprogramms in der neuen Gesprächsreihe "Zugabe! Musiker im Dialog" persönliche Einblicke in ihren Alltag. Und natürlich gibt es wieder viele Bands, die als Geheimtipp gehandelt werden. Drei Beispiele gefällig?

Mit "William's Orbit"

Verpassen sollte man keinesfalls die neunköpfige Band Chico Trujillo aus Chile, die am Samstag, 1. August die Insel Schütt mit afrikanisch-spanischen Cumbia-Rhythmen in Wallung bringt. Um 21.30 Uhr ist dort der jamaikanischen Reggae-Star Winston McAnuff zu bewundern. Und am Sonntag, 2. August, ebenfalls auf der Insel Schütt, sorgen Sekou Kouyate und der US-Folk-Rapper Joe Driscoll für einen entspannenden Abschluss des 40 Bardentreffens - mit HipHop, Folk und Afrobeat. Am 1. August spielt außerdem am Lorenzer Platz um 20.15 Uhr auch die Weidener Formation "William's Orbit".

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.bardentreffen.de
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