„Parsifal“ per Satellit aus Bayreuth auf der großen Leinwand
Popcorn statt Pomp

Dirigent Hartmut Haenchen führt in Bayreuth das Orchester durch das Stück "Parsifal". Bild: Riccardo Musacchio/maestroarts
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Bayern
13.07.2016
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Bayreuth. Die Nachfrage nach Karten für die Bayreuther Festspiele übersteigt seit Jahrzehnten das verfügbare Kartenangebot. In diesem Jahr wird die Eröffnung auch im Kino übertragen. Klassikfans, die keine Karten für die Bayreuther Festspiele bekommen haben, können die Eröffnung diesmal im Kino erleben.

Modernes Festspiel


Rund 100 Kinos in Deutschland, darunter in München sowie in Österreich und der Schweiz, übertragen am 25. Juli die Neuinszenierung von Richard Wagners Oper "Parsifal" per Satellit auf die große Leinwand, teilen die Bayreuther Festspiele mit. Vor Beginn und in den beiden Pausen des dreiaktigen Werks unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen sollen Interviews und Reportagen einen Einblick hinter die Kulissen geben. Eine weitere Kooperation der Festspiele gibt es mit dem neuen Spartensender "Sky-Arts". Zum ersten Mal in der Geschichte der Festspiele werde der Bezahlsender den kompletten "Ring"-Zyklus in der Inszenierung von Frank Castorf live übertragen, die musikalische Leitung hat Marek Janowski: "Das Rheingold" (Dienstag, 26. Juli), "Die Walküre" (Mittwoch, 27. Juli.), "Siegfried" (Freitag, 29. Juli.) und "Götterdämmerung" (Sonntag, 31. Juli).

Dass Haenchen beim "Parsifal" den Taktstock schwingt, liegt an dem überraschenden Rückzug von Dirigent Andris Nelsons, über dessen genaue Gründe nach wie vor Unklarheit herrscht. Nach dem kurzfristigen Personalwechsel hat sich die Arbeit laut "Parsifal"-Regisseur Uwe Eric Laufenberg verändert. Haenchen geht mehr in eine Richtung wie Pierre Boulez: "Die möglichst genaue Auffassung des Notentextes soll zu einer Binnenspannung führen", erklärte Laufenberg der "Süddeutschen Zeitung" am Dienstag. Nelsons habe das Stück "breiter genommen und aus seiner Person zu beseelen versucht". "Haenchen steht eher für einen Glauben daran, dass die musikalische Architektur die Heiligkeitsströme liefert."

Wie an Weihnachten


Haenchen sei "hoch konzentriert, seine Auffassung des Stückes in den wenigen verbliebenen Proben zu vermitteln", berichtet Regisseur Laufenberg der Zeitung weiter. "Er hat sein eigenes Orchestermaterial mitgebracht, was erst mal für Irritationen sorgte. Es ist eine spannende, aber andere Auffassung als bei Nelsons."

Der Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, Christian Thielemann, bekräftigte am Mittwoch im "Nordbayerischen Kurier", er habe Nelsons nicht vergrault. "Man ist in so freudiger Erwartung, als stünde Weihnachten vor der Tür. Und wer will da denn streiten?" Sein Verhältnis zu Nelsons bezeichnete er als "Künstlerfreundschaft".
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