Philharmonisches Blechbläserquintett Coburg gastiert in der Bayreuther Pfarrkirche St. Johannis
Kurioser Kater zwischen klassischen Klängen

Mit klassischen und zeitgenössischen Interpretationen überzeugt das Philharmonische Blechbläserquintett in Bayreuth. Bild: sbs
Kultur BY
Bayern
12.10.2016
48
0

Bayreuth. Mit seinem professionellen Anspruch, seiner enormen Spielfreude und mit einer gehörigen Portion Humor hat sich das Philharmonische Blechbläserquintett Coburg schon seit Jahren der Blechbläser-Kammermusik verschrieben. So haben die Musiker Markus Riepertinger und Tobias Ziegler (Trompete), Martin Osterhammer (Horn), Heng Chih Lin (Posaune) Johannes Freyer (Tuba) - allesamt Musiker im Philharmonischen Orchester Landestheater Coburg - ihr Hobby zum Beruf und mit der Liebe zur Kammermusik ihren Beruf auch wieder zum Hobby gemacht. Mit einem festlichen Konzert beschloss das Quintett den Abschluss der Landesgartenschau in der Pfarrkirche St. Johannis in Bayreuth. Mit Kantor Gotthart Schmidt an der Orgel nehmen sie ihre Zuhörer mit auf eine kurzweilige musikalische Reise durch vier Jahrhunderte der Musikgeschichte.

Ob Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Claude Debussy oder Chris Hazell: Die fünf jungen Bläser spielen so ziemlich alles, was ihnen in die Finger kommt und überzeugen mit strahlendem Sound, brillanter Technik und einem Gespür für Dynamik. Und ganz nebenbei entpuppt sich der Trompeter Tobias Ziegler als ein hervorragender Moderator mit jeder Menge Witz und guter Laune.

Musikalische Kleinode


Das Konzert beginnt mit dem Präludium aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier in einem Arrangement für Blechbläser und Orgel, besser bekannt als "Eurovisionsfanfare". Was folgt ist eine musikalische Kleinode aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne - so das Divertimento aus dem Trompetenkonzert von Joseph Haydn, dem ersten Satz aus der "Petite Suite" von Claude Debbusy, ursprünglich für Klavier zu vier Händen, oder das Quintett Nr. 1 des russischen Ingenieurs und Komponisten Victor Ewald.

Ungewöhnliches Stück


Sogar eine Bearbeitung des dritten Brandenburgischen Konzerts von Bach sowie ein Arrangement eines seiner Orgelwerke dürfen nicht fehlen. Auch Gotthart Schmidt an der Orgel zeigt sich technisch und interpretatorisch in bester Verfassung - nicht nur bei dem Allegro aus der Sonate in D-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach und bei Léon Boëllmanns "Prière à Notre-Dame" aus seiner Suite Gothique, sondern auch im Zusammenspiel mit dem Philharmonischen Blechbläserquintett Coburg.

Am Ende steht mit "Mr. Jumps" aus den "Three Brass Cats" ein ebenso ungewöhnliches wie eindrucksvolles Stück des Komponisten Chris Hazell, in dem er seinen Kater porträtiert. Ein lohnenswerter musikalischer Abend zum Ausklang der Landesgartenschau.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.