Porzellanikon in Selb: Rosenthal-Outlet-Center mit neuem Angebot
Erst kommt das Porzellan, dann das Essen

Sabine Reichel-Fröhlich (von links), Silke Küstner, Ulrich Pötzsch, André Zaus, Wolfgang Schilling und Claudia Kasper stellten bei einer Pressekonferenz das neue Tourismus-Angebot "Porzellantrip" vor. Bild: spi
Kultur BY
Bayern
17.07.2015
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Das Porzellanikon in Selb will ein größeres Stück vom Tourismus-Kuchen: Jeder Urlauber im Fichtelgebirge soll, bevor er heimfährt, mindestens einmal mit Porzellan in Berührung kommen. Mit dem Rosenthal-Outlet-Center hat sich das Museum ein neues Angebot überlegt.

"32 Millionen Besucher kommen jährlich nach Bayern. Damit liegt das Bundesland an der Spitze Deutschlands", informiert Wolfgang Schilling, stellvertretender Direktor des Porzellanikons. "Immerhin 13 Prozent kommen nur wegen Museen und Ausstellungen. Der Kulturtourismus ist auf dem Vormarsch." Das will das Museum nutzen und den Urlaubern sowie Einheimischen ein neues Programm, den "Porzellantrip", bieten:

Jeden Samstag um 10.30 Uhr gibt es im Porzellanikon eine eineinhalb stündige Führung durch die Ausstellung. "Egal wie viele Besucher hier sind, die Führung soll als Institution eingeführt werden", sagt André Zaus, Leiter des Museumsservices.

Alle Facetten von Porzellan

Bei dem Angebot sollen mehrere Punkte miteinander vereint werden: Herstellung, Kunst, Kultur, Essen. "Leckereien, die im Museumsrestaurant angeboten werden, gehören genauso dazu. Erst kann man sich ansehen, wie Porzellan gemacht wurde, dann darauf essen. Ein kleines Geschenk - einen Anhänger - gibt es auch noch", stellt Zaus das Konzept vor. "Natürlich kann man sein Geschirr auch bei Ikea kaufen, aber hier kommt das Porzellan aus der Region. Darauf sollte man stolz sein."

"Danach geht's zum Rosenthal-Outlet", fügt Managerin Silke Küstner hinzu. "Im über 4000 Quadratmeter großen Center können Besucher die Tunnelöfen einer ehemaligen Porzellanfabrik und Original-Arbeitsplätze anschauen." Außerdem bekommen sie Geschirr und Geschenke von Marken wie Versace, Hutschenreuther oder Bassetti. "Im Fabrikcafé gibt es noch Kaffee und Kuchen", informiert Küstner. "Zukünftig wollen wir mehr Partner wie Firmen finden, die mit uns bei Thementagen zusammenarbeiten", bestätigt der Selber Oberbürgermeister und Schirmherr Ulrich Pötzsch.

Infrastruktur garantiert

Im Herbst wird die Bahnlinie Selb - Asch eröffnet. Diese Haltestellen sollen mit einbezogen werden. "Wir müssen die bestmögliche Infrastruktur um Selb garantieren, um eine Verbindung von der Porzellanstadt nach Prag, Hof und nach Süden zu bekommen", sagt Pötzsch. "Das Porzellanikon gäbe es ohne Bahnhof nicht. Nur wegen des Bahnhofes hat Jakob Zeidler 1866 gesagt: ,Hier bau ich meine Fabrik'", weiß Zaus.

Mit der Aktion "Porzellantrip", die ab sofort möglich ist, sollen Gruppenreisen, aber auch Einzelbesucher angesprochen werden. "Wir bieten Bausteine an. Man kann, muss aber nicht alles machen", erklärt Sabine Reichel-Fröhlich, Leiterin der Abteilung Marketing und Kommunikation im Porzellanikon. "Ein Paket, das alle Teile für einen geringeren Preis enthält, gibt es nicht."
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