Premiere mit nachhaltigem Flair

Die Veranstalter brachten eine interessante Mischung auf die Bühnen, wie die Münchener Lokal-Helden "Eisbrecher". Bilder: Tobias Schwarzmeier
Kultur BY
Bayern
02.06.2015
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Früher haben sie sich Strähnen ins Haar gefärbt, heute müssen sie das nicht mehr tun. Wie ihre Helden auf der Bühne sind die Fans im Olympiastadion schon etwas ergraut. Doch dass sie den Rock'n'Roll nach wie vor leben, zeigt die Bombenstimmung bei Auftritten wie dem von Metallica am Rockavaria-Sonntag.

Die Legenden haben es noch drauf. Besonders Metallica zeigen am begeisternden dritten Festival-Tag am Wochenende in München, dass Kritik, sie seien überspielt und ihre Fans übersättigt, nicht ernst zu nehmen ist. Spielfreudig, energiegeladen und mit kreativen Versionen ihrer Klassiker - wie "Unforgiven" in der selten performten Version mit alternativen Songtext - begeistern die Ü50-Rocker das Publikum, in dem Jung und Alt vertreten sind.

Auch bei den anderen Gigs spürt der Musik-Begeisterte die besondere Qualität des Line-Ups: Wenn Limp Bizkit mit ihrer Version des "Rage Against the Machine"-Klassikers "Killing in the Name" die Halle zum Kochen bringen, oder "Within Temptation"-Sirene Sharon den Adel mit ihrer glashellen, vibratoarmen Stimme bei "Mother Earth" als letzter der mehr als 60 Acts einen Gänsehaut-Schlusspunkt setzt.

Manga-Metal

Es gibt viele weitere Leckerbissen, die selbst die eingefleischtesten Hardcore-Fans noch überraschen können: Etwa die japanischen Teenie-Girls von "Babymetal", die zeigen, dass sich quietschender Manga-Geplapper-Gesang und Metalklänge nicht unbedingt ausschließen müssen. Die Mischung passt.

Selbst das Theatron, die dritte Bühne neben Olympiastadion und -halle, die auf den ersten Blick wie für ein Kurkonzert gemacht scheint, bebt beim Hardcore-Punk von "Sick of it all". Bands wie Accept, Judas Priest oder Kiss sorgen für die passende Heavy-Metal-Nostalgie.

Das Konzept ergänzt die Festivallandschaft um eine reizvolle Note. Genremäßig streng auf Rock und Metal eingegrenzt, ohne Camping-Möglichkeit, dafür mit sauberer, entspannter Atmosphäre und dem Fokus auf die Konzerte - das kommt an.

Wieder ein Münchener Festival

Klar gibt es noch Luft nach oben, das eine oder andere zu verbessern. Aber Rockavaria hat noch Zeit. Es wird weitergehen, versprechen die Veranstalter, es soll als ureigenes Münchener Festival zur Institution werden. Nicht nur für Fans, deren Schläfen langsam grau werden.
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