Premiere von "Schatz im Silbersee" nach dem plötzlichen Tod des Intendanten Fred Rai
"Stunde Null" in Western City

Der Eindruck täuscht: Winnetou wird zwar verwundet, aber die beiden Helden Winnetou (Matthias M., rechts) und Old Shatterhand (Helmut Urban) machen sich auch im "Schatz im Silbersee" für Recht und Ordnung stark. Bild: zpe
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Bayern
01.07.2015
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Mit dem Stück "Der Schatz im Silbersee" feierte eine neue Karl-May-Geschichte auf dem Gelände der Western City in Dasing Premiere. Es war die "Stunde Null" nach dem plötzlichen Tod des Intendanten Fred Rai, der im April während eines Ausritts auf seinem Lieblingspferd "Spitzkopf" in der Nähe des Gestüts verstorben ist. Wie Regisseur Peter Görlach mitteilt, wird es keinen neuen Intendanten geben. "Das wollen wir nicht.

Ungewohnte Arbeit

Man kann Fred Rai nicht ersetzen. Man kann es höchstens anders machen." Allerdings würden alle, die wie er, schon seit zehn Jahren mit Rai zusammengearbeitet hätten, die Wünsche des Erfinders der "Süddeutschen Karl May Festspiele" kennen und respektieren. "Wir wissen, wie er es hätte haben wollen und so werden wir es in seinem Sinne weiterführen." Die Arbeit ohne Rai sei aber ungewohnt. "Er war sehr präsent. Wenn man jetzt durch die Western City geht und weiß, dass er nie mehr kommen wird, ist das schon komisch." Rai hätte einmal mehr den Fiesling im großen Karl-May-Abenteuer gespielt. Diesmal wäre er in die Rolle des Colonel Brinkley geschlüpft.

Diese musste schnell neu besetzt werden. Einen hervorragenden und gefährlichen Widersacher von Winnetou und Old Shatterhand fand man in Peter Bechtel, der schon im "Tatort", "Derrick" und "Der Alte" geglänzt und viel Erfahrung auf den europäischen Karl-May-Bühnen gesammelt hat. "Er integrierte sich schnell und macht seine Sache toll", schwärmt Görlach. "Bechtel musste sein Skript innerhalb von nur zwei Tagen auswendig lernen."

Zum ersten Mal steht Schlagerkönigin Claudia Jung ("Seitensprung") auf der Dasinger Freilichtbühne. Sie spielt die zwielichtige Schwester von Fred Engel, die mit Brinkley gemeinsame Sache macht. Die Story lehnt sich nur sporadisch an den "Schatz im Silbersee"-Film aus den Sechzigern an. Auch die Buchvorlage wurde etwas abgewandelt. So trifft Winnetou ein beinahe tödlicher Schuss. "Dem Publikum sollen Botschaften vermittelt werden. Und da hat sich diese Szene einfach angeboten", erklärt Görlach.

Vor langer Zeit lebte das geheimnisvolle Volk der Tonkawa. Angezogen durch die sagenumwobenen Reichtümer dieses Stammes drangen die spanischen Eroberer immer rücksichtsloser in die Indianergebiete vor. Das Volk ging unter, aber seine Schätze blieben. Daraus formulierte Görlach seine Geschichte vom "Schatz im Silbersee".

Zwei Österreicher

Görlach selbst spielt den Häuptling "Großer Wolf". Gleichzeitig wirkt der Österreicher bei den Festspielen als Stunt-Koordinator. Als Winnetou konnte erneut Matthias M. verpflichtet werden. Ebenfalls aus Österreich kommt Old Shatterhand, den Helmut Urban wirkungsvoll verkörpert. In einer amüsanten Rolle ist Peter Winkelmeier als "Tante Droll" zu bewundern.

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Die süddeutschen Karl-May-Festspiele mit über 80 Mitwirkenden und zahlreichen Pferden gehen noch bis zum 20. September. Die Vorstellungen beginnen jeweils samstags um 16 und 20 Uhr sowie sonntags um 17 Uhr. Bereits ab 10 Uhr ist der Freizeitpark mit diversen Shows geöffnet. Tickets unter www.western-city.de.
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