Querflötenquartett „VerQuer“ in Bayreuth
Brave Barockmusik in fettem Funk-Stil

Kultur BY
Bayern
02.05.2016
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Von Sandra Blaß

Bayreuth. "VerQuer" ist nicht nur der Name eines modernen Querflötenquartetts, sondern könnte auch als Überschrift für ein ebenso ungewöhnliches wie amüsantes Konzert der Musica Bayreuth dienen. Bereits seit 1999 spielt sich diese Formation der etwas anderen Art mit seinem facettenreichen und rasanten Mix aus unterschiedlichsten Stilen in die Herzen der Zuhörer - und das war vor der markgräflich-festlichen Kulisse im Festsaal des Neuen Schlosses keineswegs anders.

Ganz im Gegenteil, die spielerische Leichtigkeit und die kurzweiligen Moderationen der vier Vollblutmusiker Max Zelzner, Katrin Gerhard, Stephanie Wagner und Britta Roscher halfen wohl so manchem Zuschauer darüber hinweg, dass die Markgräfin höchstpersönlich vergessen hatte, die Heizung einzuschalten.

Enorme Vielfalt


Ob Barock oder Moderne, Johann Sebastian Bach oder Michael Jackson, Jazz oder Tango: Das Quartett spielt nahezu alles, was ihm in die Finger kommt, und macht auch davor nicht Halt, in einem Konzert "brave" Barockmusik und Klassik mit Rock, Latin und Tango zu verbinden. Dazu haben die Musiker einiges im Gepäck, um die Vielfalt ihrer Musik zu präsentieren: eine komplette Flötenfamilie von der Piccolo- bis zur Kontrabassflöte, Percussion-Instrumente, Schellenbänder für die Beine und sogar einen kleinen Wecker mit schrillem Ton. "VerQuer" begibt sich durchaus auf nicht so ausgetretene Pfade der Flötenmusik und macht das mit einer filigranen Technik, halsbrecherisch schnellen Soli und besonderer Spielfreude.

Dabei kann es sein, dass mit rauem Sound, passender Percussion und Schlagzeug-Imitation auf der Querflöte aus einem ganz normalen Flötenquartett eine Rockband oder eine Salsa-Formation wird. So reicht das Programm von einem Konzert für vier Flöten von Georg Friedrich Telemann über Astor Piazzollas "Libertango" biszum eher sentimentalen "Peace" von Horace Silver und "Cantaloupe pieces" im Funk-Stil von Herbie Hancock.

"Wiener Melange"


Als Höhepunkt bringt das Ensemble eine "Wiener Melange" von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör - nicht, ohne das Publikum nach der Anzahl der enthaltenen Werke zu fragen und dem "Gewinner" zwei Mozartkugeln zu überreichen. Und vielleicht erinnert sich mancher Zuhörer beim Aufwachen am Morgen an einen kurzweiligen Abend mit einem tollen Flötenquartett und an das Stück "Wake up!" für Flöten und Wecker von Tilmann Dehnhard.
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