Rock im Park 2016
Wenn Rock zur Chefsache wird

Bei vielen der 80 Konzerte blieben die Fans vom Regen verschont. Unterbrochen von einigen heftigen Regengüssen herrschte gutes Festival-Wetter und eine noch bessere Stimmung. Bild: Tobias Schwarzmeier
Kultur BY
Bayern
05.06.2016
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Volbeat schien der Regen nicht zu stören. Nachdem der Auftritt der dänischen Metal-Band mit halbstündiger Verspätung begann, ließen Sänger Michael Poulsen (rechts) und Gitarrist Rob Caggiano mit einer dynamischen Performance ihre Fans das Wetter kurzzeitig vergessen. Bild: Tobias Schwarzmeier

Woran es liegt, dass ein Rock-Festival bei den Fans gut ankommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ob Stimmung, Wetter oder die Zusammensetzung des Line-Ups - vieles spielt hier zusammen. Bei der diesjährigen Auflage von Rock im Park ist der Schlüssel zum Erfolg schnell gefunden - vor allem die Headliner glänzen am Zeppelinfeld.

Nürnberg. Die britischen Rocker Black Sabbath, die Indie-Wegbereiter Red Hot Chili Peppers aus Kalifornien und besonders Dänemarks Metal-Export-Schlager Volbeat bringen am Wochenende die Hauptbühne zum Abschluss der jeweiligen Festivaltage mühelos zum Beben.

Elvis auf die harte Tour


Volbeat lässt sich dabei auch nicht durch eine Regenpause bremsen, die ihren Auftritt um eine halbe Stunde nach hinten verschiebt. Michael Poulsen und Co. zeigen, warum ihr "Elvis-Metal" - harte Klänge mit musikalischen Anleihen aus den 50er-Jahren, darunter auch die Musik Elvis Presleys - diesen besonderen Reiz hat. Der Beat ist ansteckend und mit den begeisternden Live-Versionen von "Fallen" oder "Sad Man's Tongue" (mit "Ring of Fire"-Intro) haben sie in Nürnberg viele neue Fans dazugewonnen.

Auch Black Sabbath holt auf seiner Abschiedstour alles aus sich heraus. Mit spürbarer Spielfreude und einem entspannten Ozzy Osbourne reiht sich Klassiker an Klassiker. Wenn die Fans Titel wie "Paranoid" oder "Iron Man" mitsingen, wird schnell klar, was die Musikwelt vermissen wird - nichts weniger als eine Rocklegende.

Black Sabbath geht nach 50 Jahren auf der Bühne in die Rockgeschichte ein. Sogar ein Konzert früher als geplant, denn nach dem vorzeitigen Abbruch von Rock am Ring fällt der Abschied für die Anhänger im pfälzischen Mendig aus. Die Nürnberger Festivalgänger hingegen kommen noch einmal in den Genuss und nehmen nach einer ausgiebigen Zugabe - von Osbourne selbst lautstark gefordert - mit riesigem Applaus Abschied.

Festival mit viel Witz


Doch auch unter den anderen rund 80 Bands gibt es etliche, die einen Sahnetag erwischt hatten. Wie Tenacious D. Die Blödel-Rocker Jack Black und Kyle Gass - beide auch den Filmfans bekannt - brechen bei ihrer theatralischen Sinnsuche in Sachen Rock'n'Roll alle Dimensionen und liefern eine aberwitzige Show.

Für viel gute Laune sorgen auch die Hamburger Hip-Hopper von Fettes Brot, die mit Titeln wie "Jein" oder "Nordisch By Nature" und flapsigen Sprüchen mit ihren Fans fröhlich in die Nacht hüpfen. Mehr als ein Geheimtipp ist die Nu-Metal-Formation Skillet, die mit ihrem energiegeladenen und dennoch massentauglichen Stil trotz sehr später Stunde die Arena füllt.

Zum Abschluss des Festivals bietet der Sonntagabend mit der Indie-Crossover-Ikone Red Hot Chili Peppers noch einen besonderen Leckerbissen. Nach einem schwungvollen Auftritt am Vortag bei Rock am Ring versprechen Anthony Kiedis und seine Chilis nichts weniger als genre-prägende Songs wie "Californication" oder "Under The Bridge". So schön kann es sein, wenn Weltstars nach einem gelungenen Festivalwochenende den Schlusspunkt setzen. Und Rock zur Chefsache wird.

Festival-Splitter


Eine Kleinstadt am Dutzendteich

Nürnberg. (tos/dpa) Drei Tage, mehr als 80 Bands und 80 000 Rockfans: Es ist wieder "Rock im Park" in Nürnberg. Auf dem Zeppelinfeld ist ein Festivalgelände entstanden, das der Größe einer munteren Kleinstadt entspricht. Einige Zahlen und Fakten nach Angaben des Veranstalters Argo:

● Der Stromverbrauch der "Festival-Stadt" beläuft sich auf 1,2 Megawatt.

● Über 20 Millionen Liter Wasser werden benötigt.

● 320 Duschen stehen den Festivalbesuchern zur Verfügung. Es gibt 600 mobile Toiletten und 130 Toiletten mit Wasserspülung.

● 20 Kilometer Bauzaun, 1400 Meter Polizeigitter und 1000 Meter Barrikaden sperren das Gelände ab.

● Die Hauptbühne ist 51 Meter breit und 19 Meter hoch. Für alle vier Bühnen wurden an 4 Tagen 250 Tonnen Stahl verbaut.

● An der Hauptbühne hängen 2 Videoleinwände mit einer Größe von mehr als 53 Quadratmetern.

● 40 Kilometer Stromkabel wurden verlegt, weitere 10 Kilometer für den passenden Sound.

● Die benötigte Leistung für das Licht beträgt 500 000 Watt.

● Mehr als 3200 Crew-Mitglieder sind im Einsatz - davon allein 1000 Sicherheitskräfte und 1500 Gastronomie-Mitarbeiter.

● 3000 Essen gibt es für die Crew, 1000 Essen für die Bands, hinzu kommen noch drei Tonnen Würfeleis.

● Für die Garderoben gibt es 2000 Handtücher - und 200 Deko-Pflanzen.

Das Festival im Netz:
www.rock-im-park.com
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