Rockavaria in München
Ein Festival wird flügge

Bis auf einen heftigen Schauer am Sonntag herrschte im Münchener Olympiapark bestes Festival-Wetter. Bilder: Tobias Schwarzmeier
Kultur BY
Bayern
31.05.2016
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Kürzere Wege, weniger Spielstätten und eine kleinere Zahl an Bands - Mit einem bewussten Schritt zurück macht Rockavaria einen großen Sprung nach vorne. Als Iron Maiden Münchens Rockfestival am Sonntag mit einer Hammer-Show beendet, waren alle zufrieden: Musiker, Macher und Fans.

München. Mit den Headlinern Nightwish, Iggy Pop und Abräumer Iron Maiden sorgen drei Acts, die für ihre Live-Qualitäten bekannt sind, für das besondere Etwas eines gelungenen Festivals. Die Mischung aus Symphonic Metal, Punk und Heavy-Metal kommt bei den 38 500 Besuchern sichtlich an.

Ansonsten bietet Rockavaria viel von der gewohnten Schiene. Von Slayer über Anthrax bis Sabaton ist alles vertreten, was einen guten, harten Namen hat. Aber auch die Exoten im Reigen der Metal- und Hardrocklegenden wie die fränkischen Fun-Metaller von J.B.O., die Schweden-Pop-Rocker Mando Diao mit eingängigem Sound oder die Finnen von Apocalypticamit aufwühlendem "Cello-Rock" passen in das Line-Up.

Auch gibt es extrem positive Überraschungen. So hat sich der Alternative-Stil von Garbage über die Jahre gewandelt. Die Band um Sängerin Shirley Manson ist auf erfreuliche Weise härter geworden, ohne ihren charakteristischen, melodischen Gitarrensound völlig zu verändern. Auch Sólstafir aus Reykjavík begeisterte.

Einmal mehr bewahrheitet sich der minimalistische Ansatz: Weniger ist mehr. Mit dem veränderten, kompakteren Konzept haben die Macher nach der etwas holperigen Premiere des Festivals im Vorjahr viel richtig gemacht. Die neue Doppelbühne im Olympiastadion - eine wunderbare Reminiszenz unter anderem an das Kult-Festival "Rock in Riem"- sorgt für schnelle Wechsel zwischen den Konzerten. Auch die Seebühne an ihrem neuem Ort verändert die Atmosphäre entscheidend. Wer auf das Festivalgelände kommt, spürt gleich die deutlich entspanntere Stimmung.

Wetter hält - meistens


Trotz Horror-Unwetter-Warnungen spielt auch das Wetter größtenteils mit. Auch kurze, aber heftige Regengüsse am Sonntag können die Fans nicht dauerhaft vom Feiern abhalten. Viele sind ja durch etliche Regenfestivals abgehärtet. Hier stellt sich die Herausforderung für die künftigen Rockavaria-Festivals. Bisher ist der durchschnittliche Fan mit seinen Helden auf der Bühne leicht ergraut. Doch auch hier ist beim urbanen Festival mit Bands wie "Beyond The Black", die auch jüngere Fans ansprechen, etwas in Bewegung gekommen. Das Festival ist auf einem guten Weg. Rockavaria rockt.
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