Schauspielerische Grenzen erfahren

Neben Klassikern wie Shakespeares "König Lear" oder Schillers "Wilhelm Tell" steht auch experimentelles Schauspiel auf dem Programm, etwa das Stück "Das Fleischwerk". Bild: privat
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Bayern
01.06.2015
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Das Staatstheater Nürnberg startet im Oktober mit "König Lear" und der "Götterdämmerung" in die neue Saison. Auch leckeres Gebäck macht Appetit auf das Programm.

Am Anfang ist das Fest. Und das besteht aus Lesungen, Musik, Technikshow und Mitmach-Aktionen. Zum Auftakt der Saison, am 20. September ab 11 Uhr, präsentiert sich das Staatstheater Nürnberg mit spannenden Angeboten. Neben einem Training für Hobbytänzer im Ballettsaal und einem Mitmachkonzert im Opernhaus locken ein Kostümverkauf der Theaterschneiderei und das längste Kuchenbuffet Nürnbergs. Nicht nur das leckere Gebäck wird Geschmack machen - auf das neue Programm, das bei einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Am Anfang dreht sich der Ring. Mit der Premiere der "Götterdämmerung" wird die Opernsaison am 11. Oktober eröffnet. Der Abschluss der Wagner'schen Tetralogie wird wieder spektakulär von Regisseur Georg Schmiedleitner in Szene gesetzt.

Porters Musical-Klassiker

In Jacques Fromental Halévys "Die Jüdin" (Premiere am 17. Januar 2016) wird das Schicksal des jüdischen Volkes behandelt. Die französische Regisseurin Laura Scozzi, die in Nürnberg u.a. mit der "Zauberflöte" beeindruckte, bringt am 3. April eine Rarität des Opernrepertoires auf die Bühne, Jean-Philippe Rameaus "Les Indes Galantes". Neben Georges Bizets "Perlenfischer" (24. April) und Leos Janáceks "Aus einem Totentanz" (12. März) sorgt ab 13. Februar Cole Porters Musical-Klassiker "Kiss me, Kate" für gut gemachte Unterhaltung. "Pinocchio" zeigt bereits ab 8. November 2015 in einer Kinderoper von Johann Casimir Eule dem Nachwuchs ab sechs Jahren und dessen Eltern eine lange Nase.

Die Spielzeit im Schauspiel steht unter dem Motto "Über Grenzen sprechen". Laut Schauspieldirektor Klaus Kusenberg sind damit Grenzen zwischen Ländern, Kulturen und Generationen ebenso gemeint wie Grenzen zwischen arm und reich oder schuldig und unschuldig.

Sinfonischer Tanzabend

Zwei Stücke nehmen direkt Bezug auf das Motto: Mit Christoph Nußbaumeders wuchtig-realistischem Text "Das Fleischwerk" (24. Oktober 2015) und Elfriede Jelineks Antiken-Übermalung "Die Schutzbefohlenen" (20. Februar) werden aktuelle Werke zum Thema Migration präsentiert. Weitere Höhepunkte sind Shakespeares "König Lear" am 10. Oktober 2015, Ibsens "Volksfeind" am 9. April 2016, Schillers "Wilhelm Tell" am 4. Juni 2016, und Orwells "1984" am 16. Oktober 2015 in den Kammerspielen.

Mit einem sinfonischen Tanzabend startet Ballettdirektor Goyo Montero am 12. Dezember in die neue Spielzeit. Mit dem Stück zur "Symphonie fantastique" von Hector Berlioz betritt Montero künstlerisch neuen Boden. Der kanadische Tonkünstler Owen Belton wird nach "Cyrano" ein weiteres Mal klassische Klänge mit atmosphärischem Sound-Design ergänzen und so die Brücke zum Zeitgenössischen schlagen. Weiter stehen ein "Kammertanz" mit drei unterschiedlichen Choreographen und ein "Projekt X" auf dem Programm, bei dem Monteros Compagnie und eine Gruppe von Jugendlichen aus Nürnberg "in künstlerischer Freiheit" zusammenarbeiten.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.staatstheater-nürnberg.de
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