Schlagerstar wäre 80 Jahre alt geworden
Zeitloser Rex Gildo

Der Schlagersänger war auch als Schauspieler (hier 1968 mit Uschi Glas) erfolgreich. Bild: dpa
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Bayern
02.07.2016
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Bekannt wurde er als stets braun gebrannter Spaßmacher, der seinen Fans "Hossa, Hossa" entgegenschmetterte. Spätestens seit seinem Tod vor fast 17 Jahren ist der Schein, die Rex Gildo jahrzehntelang pflegte, zerbrochen. Jetzt würde er 80 werden - womöglich.

München. Als Alexander Ludwig Hirtreiter, wie er bürgerlich hieß, 1999 aus dem Badezimmerfenster einer Münchener Wohnung in den Tod sprang, zerbrach die Fassade endgültig. Schon vorher hatte sie Risse bekommen. Auf Facebook gibt es 17 Jahre nach seinem Tod eine Seite, die sich "Rex Gildo: 1936-1999 Unvergesslich" nennt und der sich gut 1300 Fans angeschlossen haben. Ein Fan hat dort ein Gedicht veröffentlicht: "Eines jedoch sollst Du wissen: egal wie viel Zeit vergeht, es gibt viele, die Dich schmerzlich vermissen!"

Geheimnis um Alter


Am heutigen Samstag hätte Gildo Geburtstag gehabt. Wie alt er geworden wäre, ist nicht ganz klar. Glaubt man ihm selbst, der stets 1939 als sein Geburtsjahr angab, wäre es der 77. Ehrentag gewesen. Andere Quellen sagen, er sei drei Jahre älter - dann wäre es schon sein 80.

"Er hat es gehasst, auf sein Alter angesprochen zu werden", sagt sein ehemaliger Anwalt Roland Hasl. Einmal, so erinnert er sich, sei er mit Gildo im Fernsehstudio gewesen, als dieser als Ex-Schlagerstar angekündigt wurde. "Da hat er zu mir gesagt: Sehen Sie, das ist Deutschland." In Frankreich, so habe er gesagt, hätte es eine solche Formulierung nie gegeben. Dort blieben Stars Stars.

"Er wollte immer 30 bleiben. Daran ist er letztlich zerbrochen", sagte Schlagerkollege Peter Kraus nach dem Tod des Sängers. Und das Alter war nicht der einzige Punkt, in dem Gildo es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nahm. Bei einem Konzert in seiner Heimatstadt Straubing wurde er ausgepfiffen, weil er sich als gebürtigen Münchener bezeichnete.

Dass er seine Karriere - wie von ihm behauptet - bei den Regensburger Domspatzen begann, lässt sich nicht belegen. Und auch seine privaten Lebensumstände versuchte der Sänger zu verheimlichen. Offiziell war er seit 1975 mit seiner Cousine Marion verheiratet - Kinder hatte das Ehepaar nicht. Meistens lebten sie getrennt. Als er starb, hatte er eine Beziehung zu seinem Privatsekretär (damals 27), der nicht darüber sprechen möchte. Ebenso Marion. Nach dem Tod Gildos entbrannte zwischen den beiden ein Streit um das Erbe.

Abstieg: Betriebsfest


Der Nachlass Gildos war aber nicht mehr viel wert. Bis in die 80er Jahre hinein hatte er zwar 25 Millionen Platten verkauft, seine neueren Alben wollten aber nur noch einige Tausend Fans hören. Das Schlageridol der 60er und 70er Jahre ("Speedy Gonzales") war zuletzt auf Betriebsfesten aufgetreten - bis zu 200 Mal im Jahr. Er geriet in die Schlagzeilen, weil er völlig betrunken auf der Bühne stand und Veranstalter ihn verklagten. Weggefährten sagten, diese Auftritte hätten "Sexy Rexy" mehr und mehr zermürbt.

Er hat es gehasst, auf sein Alter angesprochen zu werden.Roland Hasl, Rex Gildos ehemaliger Anwalt
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