Schwerarbeiter des Hardrock
„Deep Purple“ mit starkem Auftritt beim Tollwood-Festival

Ian Paice am Schlagzeug, Roger Glover am Bass, Don Airey am Keyboard, Sänger Ian Gillan und Gitarrist Steve Morse (von links): "Deep Purple" erfreut die Hardrock-Freunde beim Tollwood-Festival. Bild: Amann
Kultur BY
Bayern
21.07.2016
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Von Wilhelm Amann

München. Mit Unterbrechungen besteht die Band seit 48 Jahren. Einer ihrer Gründungsmitglieder ist heute noch dabei: Ian Paice sitzt am Schlagzeug, wenn "Deep Purple" auf Tour geht. Im Moment sind sie mal wieder durch Europa unterwegs. Eine Station führte die Schwerarbeiter des Hard Rocks in dieser Woche in den Olympiapark, wo sie schon 1973 spielten, als die Olympiahalle von der Sport- zur Event-Stätte mutierte. In der ausverkauften Musik-Arena des Tollwood-Festivals ließen sie sich von Tausenden Fans frenetisch feiern.

90 Minuten Power


Heiß ist es an diesem Abend eh schon im Konzert-Zelt. "Deep Purple" sorgen dafür, dass es noch heißer wird. Das haben sich die Besucher aber auch so gewünscht. Sie werden nicht enttäuscht. Mit "Highway Star" legen die Fünf mächtig los und geben in den darauf folgenden, gut 90 Minuten einen um den anderen Hit zum Besten. Klassiker wie "Strange Kind of Woman", "Lazy", "Perfect Strangers" oder "Space Truckin" folgen Schlag auf Schlag. Es ist ihnen anzumerken: Auftritte vor großem Publikum machen ihnen immer noch richtig Spaß. Bis auf wenige Stücke wie "Hell to Pay" oder "Uncommon Man" konzentrieren sie sich auf die älteren Nummern.

Gespannt durfte man schon sein, inwieweit Ian Gillan stimmlich noch an seine Glanzzeiten anknüpfen kann. Der Sänger, der das ihn mittlerweile doch überfordernde "Child in time" aus seinem Repertoire gestrichen hat, präsentiert sich ansonsten nicht wie ein 70-Jähriger. Er zeigt, dass ihm auf der Tonleiter immer noch so manches zuzutrauen ist.

Das Programm ist gespickt mit Solos, die aufhorchen lassen. Roger Glover am Bass, Don Airey am Keyboard und natürlich Steve Morse an der Gitarre setzen sich begeisternd in Szene. Er ist es dann auch, der mit einem weltbekannten Riff, an dem sich viele Rockmusiker nur allzu gerne versuchen, die Arena endgültig zum Beben bringt: "Smoke on the Water" ist zum Ende des Best-of-Programms angesagt. Da tobt die Menge! Zwei Mega-Hits fehlen an der Stelle noch: "Hush" und "Black Night". Damit setzen "Deep Purple" dem Konzert bei den Zugaben noch die Krone auf.

Brillanter Hardrock


Die treuen Anhänger gehen mit dem sicheren Gefühl: Die Altrocker, inzwischen Ü 70 oder nahe dran, bringen immer noch genügend Power mit auf die Bühne, um ihrem Stil treu zu bleiben. Sie geben beileibe keine "Rentnerband" ab, sondern warten mit Spielfreude und dem festen Willen auf, eine bestmögliche Show - mit brillantem Hardrock, ohne technischen Schnickschnack - abzuliefern. Sie haben eben nichts verlernt!
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