Swing-Legende wurde 93 Jahre alt
Hugo Strasser gestorben

Swing-Legenden im Gleichklang: Auch später tourten sie hoch betagt von Auftritt zu Auftritt - und begeisterten ihr Publikum. James Last, Hugo Strasser, Hazy Osterwald, Max Greger (von links) und Paul Kuhn (vorne) prägten eine Ära. Als Letzter der Musiker ist nun auch Strasser gestorben. Bild: dpa
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Bayern
18.03.2016
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Musik, das war sein Lebenselixier: Bis zuletzt stand Hugo Strasser auf der Bühne - als letzter seiner langjährigen Weggefährten Max Greger und Paul Kuhn ist er nun gestorben.

München. Noch zur Beerdigung seines Freundes Greger im vergangenen August hatte er seine Klarinette mitgebracht. Hugo Strasser spielte live für seinen Weggefährten: "Yesterday" von den Beatles. Der 93-Jährige hatte Tränen in den Augen. Strasser, Greger und der 2013 gestorbene Paul Kuhn waren viele Jahre als Swing-Legenden unterwegs. Er habe nicht geglaubt, dass er als Letzter übrig bleiben werde, sagte der Vollblutmusiker. "Der nächste bin ich."

Greger war noch bei ihm


Der Klarinettist sei am Donnerstag nach längerer Krankheit im Alter von 93 Jahren zu Hause gestorben, bestätigte Max Greger junior am Abend - er hatte ebenso wie sein Vater Max Greger zusammen mit Strasser auf der Bühne gestanden. Er habe Strasser noch am Tage besucht, sagte Greger. Am 7. April wäre Strasser 94 Jahre alt geworden.

Strasser hatte ebenso wie Max Greger bis zuletzt auf der Bühne gestanden. "Ich möchte so lange weitermachen, wie mich der Herrgott lässt", sagte er noch vor gut einem Jahr anlässlich seines 60. Bühnenjubiläums bei einem Auftritt im Deutschen Theater in München.

Strasser wurde 1922 in München-Schwabing als fünftes von sechs Kindern geboren. Der Vater wollte, dass er Geige lernt. Doch Strasser hatte seinen eigenen Kopf, begann eine Schriftsetzerlehre - und bekam eine Bleivergiftung. 1937 begann er sein Studium an der Akademie für Tonkunst in München und konzentrierte sich auf die Klarinette. Die Ausbildung endete nach drei Jahren: Strasser wurde eingezogen.

Musik als Lebensretter


Die Klarinette rettete ihm dann womöglich das Leben. Unter den Einberufenen war eine Handvoll Musiker. Die fielen dem Hauptmann auf. "Er hat sich begeistert und gesagt: Diese fünf behalten wir", berichtete Strasser. Die anderen zogen an die Front, die Musiker blieben in Stettin, als "Hilfsausbilder".

Mit seinen Platten erreichte Strasser Millionenauflagen. Ausgezeichnet wurde er mit zwei Goldenen Schallplatten, dem Deutschen Schallplattenpreis und dem Goldenen Tanzschuh - Tanzmusik begeisterte ihn von Anfang an am meisten. Mit 65 Jahren gründete er das edle Quintett Hot-Five. "Im Moment finde ich gar keine Worte", sagt Max Greger junior. "Die drei Legenden gibt es nicht mehr."
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