Thea und Georg Sosani
Künstlerpaar mit vielen Projekten

Georg und Thea Sosani sind ein vielseitiges Künstlerpaar, das neue Akzente in der Oberpfälzer Kultur-Szene setzt. Bild: Scheiner
Kultur BY
Bayern
15.12.2015
286
0

Ein vor Energie und Ideen vibrierendes Künstlerpaar: Thea und Georg Sosani bereichern die Kunst- und Kulturszene der Oberpfalz. Mit ihren vielzähligen Projekten sind sie nicht nur für Shows unterwegs.

Weiden. Als "Gesicht der Traumfabrik" hat ein Journalist Georg Sosani einmal beschrieben. Tatsächlich ist der Schauspieler und Mime seit über einem Jahrzehnt mit dieser zauberhaften Show aus Akrobatik, schwarzem Theater und Comedy untrennbar verbunden. Zunächst als Solist mit Pantomime- und Bewegungsstücken voller Poesie und Humor.

Später auch als Referent der gleichnamigen Akademie. Inzwischen trainiert er das gesamte Ensemble der Traumfabrik, das er selbst mit aufgebaut hat. Und er choreografiert viele der faszinierenden und oft atemberaubenden Nummern, mit denen das Show-Theater auch diesmal wieder Anfang Januar in der Max-Reger-Halle gastiert.

In den 90er Jahren, als Sosani als "Mephisto", "Hamlet" und "Romeo" durch Deutschland tourte, entdeckte Traumfabrik-Gründer Rainer Pawelke das Multitalent - und ließ nicht locker, bis er bei ihm mitmachte. Jahrelang teilte der als George Sosanashvili getaufte Tifliser dann sein künstlerisches Engagement zwischen seiner ersten Heimat Georgien und Deutschland auf. Gemeinsam mit seiner Frau Thea, einer Regisseurin, Choreografin und Dozentin, leitete er in Tiflis ein Tanztheater und eine Event-Agentur.

Gerade als sie damit in der jungen, aufstrebenden Republik richtig durchstarten wollten, fielen die Bomben des fünftägigen Krieges mit Russland. Die Folgen waren für die beiden unmittelbar spürbar, die Kulturszene brach praktisch zusammen. Obwohl beide an ihrer Heimat und den Freunden hängen, beschlossen sie, in Deutschland einen Neustart zu versuchen. Während sich Töchterchen Nea schnell zurechtfand, in der Schule integrierte und Freunde fand, tat sich Mama Thea zunächst hart.

Auf der Suche nach Arbeit


Über ein Selbststudium und mittels Freunde, die sie in der georgischen Gemeinschaft fand, eignete sie sich die deutsche Sprache an. Zuhause, in einem ungewöhnlichen Landhaus südlich von Regensburg, hielt sie es allerdings nicht lange aus. Mit den ersten Brocken deutsch - "Entschuldigung, mein deutsch ist nicht gut...!?" - machte sie sich auf die Suche nach Tänzerinnen und Tänzern, mit denen sie arbeiten konnte.

Kreative Einfälle für (Tanz-)Stücke trug die impulsive Künstlerin genug mit sich herum. Zudem hatte sie eine genaue Vorstellung, wie sie diese in einer eigenwilligen Kombination aus Tanz, Schauspielkunst, Performance und Musik umsetzen wollte. Inzwischen sind schon mehrere spannende Choreographien und skurrile komödiantische Theaterstücke entstanden. Zunächst zusammen mit Ehemann Georg.

"The Crazy", das leidenschaftliche Bekenntnis "feMale" und "Numb - Erstarrt" hat Thea Sosani dagegen in harter Arbeit mit Tänzern entwickelt, die bei ihr eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben. Daraus ist das "Sosani-Tanztheater" entstanden. Mit einer Tanz- und Theaterwerkstatt und einem Bereich für junge, experimentelle Projekte ist es Teil der "Sosani-Art-Zone". Innerhalb weniger Jahre ist es dem einfallsreichen und produktiven Künstlerpaar damit gelungen, neue aufregende Akzente in der oberpfälzischen Tanz- und Kulturszene zu setzen.

Das kommt nicht von ungefähr. Während Georg bereits als Jugendlicher als Mime und Show-Künstler in der gesamten Sowjetunion Triumphe feierte, war die junge Thea mehrfach Meisterin in rhythmischer Sportgymnastik in der damaligen UdSSR. Daran schloss sie ein Regie- und Ballettstudium an der Schota-Rustaweli-Universität ihrer Heimatstadt Batumi an. Ihr künftiger Ehemann und künstlerischer Partner war in dieser Zeit als Schauspieler am Staatstheater für Pantomime in Georgiens Hauptstadt Tiflis engagiert.

"Schon damals wollte ich erfahren, welche Energie ein Land hat", leuchten die Augen der kraftvollen Choreografin, "das Pina Bausch und Sasha Waltz hervorgebracht hat". Inzwischen ist sie selbst auf dem Weg eine eigene künstlerische Ausdrucksweise zu entwickeln. Mit "Numb" konnte sie bei der Uraufführung in Tiflis in diesem Jahr einen ersten internationalen Erfolg feiern. Daneben malt sie auch noch und entwirft selbst die Bühnenbilder, kleidet die Tänzer ein und projektiert auch noch die Musik-Scores für ihre Stücke.

Preis für Flüchtlingsprojekt


Auch Ehemann Georg ist neben seiner Tätigkeit für das Tanztheater noch in anderen, eigenen Projekten aktiv. Für sein Projekt "Lebenserlaubnis" mit jugendlichen Flüchtlingen erhielt er im Herbst den Integrationspreis des Regensburger Unternehmens Aumüller-Druck. Ein weiteres weitaus größeres Theaterprojekt mit schulpflichtigen Flüchtlingen in Ingolstadt bereitet er gerade für kommendes Jahr im Sommer vor.

"Ein ganz spezielles Projekt mit Live-Musik" probt er mit Multi-Instrumentalist Heinz Grobmeier (Ex-Negerländer) und Helmut C. Kaiser, ein virtuoser Percussionist und Trommelspieler. Premiere ist voraussichtlich im Frühling, "mehr will ich aber noch nicht verraten", pariert er Nachfragen. "Es wird etwas Besonderes", schiebt er mit vielversprechendem, jungenhaften Lächeln hinterher.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.