Theaterjubiläum zwischen Felsen

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Bayern
18.11.2014
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In der Spielzeit 2014 blickte die Luisenburg auf 100 Jahre Profi-Theater zu Füßen der alten Luxburg zurück. In der kommenden Spielsaison dürfen noch 25 Jahre dazu gelegt werden: Denn 1890, vor 125 Jahren also, hatte das Stück von der "Losburg", verfasst von Professor Ludwig Hacker, Premiere an der Stelle, an der heute noch gespielt wird.

Anlass war damals ebenfalls ein Jubiläum: 1790 wurde nämlich das berühmte Felsenlabyrinth, dem sogar Goethe zweimal seine Aufwartung machte, erschlossen. Gründe genug, in Wunsiedel wieder einmal zu feiern: die kulturbeflissenen Vorfahren und mit einem exzellenten Jubiläumsprogramm die Festspiel-Verantwortlichen der Gegenwart. Am Montag stellten Bürgermeister Karl Willi Beck und Intendant Michael Lerchenberg das vor, mit dem sie die Bürger der Stadt und alle anderen Freunde der Luisenburg 2015 überraschen wollen.

"Weil der Himmel so angenehm und die Luft so heiter," so begann der Prolog, mit dem am 13. Juli 1763 am Margarethentag die Schüler des Wunsiedeler Lyceums die Leute am Waldrand der sogenannten Luxburghut zu einem Lustspiel begrüßten. 1980 wählte Intendant Christian Mettin dieses Bild zum Titel seiner Luisenburg-Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Und 1990 fügte der damalige Intendant Hans-Peter Doll noch zehn Jahre dazu.

Bewährter "Brandner Kaspar"

Heiteres Feiern und Spielen unter freiem Himmel soll auch im kommenden Jahr Devise sein, wenn am 26. Juni der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer das Jubiläumsjahr vor der Premiere von "Ein Sommernachtstraum" offiziell eröffnet. Das schönste Lustspiel von William Shakespeare ist auf der Luisenburg oft gespielt worden.

Im nächsten Jahr soll es mit Rüdiger Joswig und Claudia Wenzel als Hauptdarsteller besonders schön werden. Dem Anlass trägt die Festspielleitung Rechnung, wenn sie der klassischen Handlung ein Handwerkerspiel hinzugibt, das sich mit dem Jubiläum beschäftigt. Neben Profis treten auch Laiendarsteller aus der Oberpfalz auf - unter anderem spielt Norbert Neugirg eine Rolle.

Einer der größten Musical-Welterfolge wird im nächsten Jahr die Reihe der erfolgreichen musikalischen Showdarbietungen fortsetzen. Mit Anna Montanaro in der Titelrolle hat am 3. Juli das Musical "Cabaret" Premiere auf der Luisenburg. Anna Montanaro ist eine der wenigen in London und New York erfolgreichen deutschen Musical-Stars.

Die Festspielleitung hat mit ihrem Jubiläumsprogramm vor allem auf Erprobtes gesetzt: Am 16. Juli hat die ungemein charmante Geschichte vom "Brandner Kaspar" Premiere, der den Tod mit Schnaps und beim Kartenspiel überlistet und ihm weitere Lebensjahre abhandelt. Mit Alfred Schedl als Brandner und Michael Lerchenberg als Boandlkramer hat das Stück von Franz von Kobell und Kurt Wilhelm auf der Luisenburg gleich zweimal Triumphe gefeiert. 2015 soll das bayerische Kultstück das Jubiläumsgeschenk der Festspielleitung an die Zuschauer sein.

Schon am 21. Mai starten die Festspiele mit der Uraufführung des Familienstücks "Der kleine Wikinger" von Eva Toffel. "Pumuckl" Ferdinand Schmidt-Modrow spielt die Titelrolle, und Gerd Lohmeyer Erik den Großen. Der Sohn des Wikinger-Königs Ragnar muss den Großvater aus den Händen von Entführern befreien.

In die Rolle des Knechtes Wenzel schlüpft Lohmeyer am 24. Juli, wenn er im Hof des Fichtelgebirgsmuseums mit Billie Zöckler und Christian Hoening Werner Fritschs Stück "Es gibt keine Sünde im Süden des Herzens". Der oberpfälzische Autor greift die Figur des Knechtes Wenzel erneut auf, wenn er die Enge eines Altenheimes beschreibt, einen fröhlich-gruseligen Ort, aus dem es nur in den Tod oder in den Himmel geht.

Hineingestreut in das Theaterprogramm sind auch im nächsten Jahr besondere musikalische Schmankerln: Sein Bühnenjubiläum (40 Jahre) feiert der bayerische Liedermacher und Chansonnier Konstantin Wecker am 27. Juli auf der großen Bühne der Luisenburg. Bereits am 6. Juli ist der Japaner Yamato mit seinen Trommlern zu Gast. Am 7. Juli geben LaBrassBanda ein Konzert.

Das musikalische Programm ist zu einem festen Bestandteil der Luisenburg geworden. Heuer gastiert die Operettenbühne Wien mit Fred Raymonds "Maske in Blau". Premiere ist am 20. August. Bereits am 15. August gibt die Operettenbühne eine Jubiläumsgala unter dem Titel "An der schönen blauen Donau".

Zwei Ausstellungen

Einer der Höhepunkte der Saison ist auch heuer das Gastspiel der Landesbühne Sachsen, die diesmal Guiseppe Verdis Klassiker "Ein Maskenball" nach Wunsiedel bringen. Der Premiere am 28. August folgen zwei weitere Vorstellungen am 29. und 30. August.

Begleitet wird das Programm auf der Naturbühne von zwei großen Ausstellungen zur Geschichte der Luisenburg. Eine befasst sich in den Räumen des Fichtelgebirgsmuseums mit dem Volkstheater auf der Luisenburg. Parallel dazu wird in der Fichtelgebirgshalle eine Ausstellung gezeigt, die das vor 125 Jahren erstmals aufgeführte Stück von der "Losburg" zum Thema hat.

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Karten für die Vorstellungen gibt es ab Mittwoch, 19. November, 8 Uhr, am NT/AZ-Ticketschalter (Telefon 0961/85550 und 09621/306230).

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.luisenburg-aktuell.de
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