Trauer um den Vater des "Amtsgerichts"

Sehr skeptisch gegenüber der freundlichen Biederkeit des schlitzohrigen Viehhändlers und Ehevermittlers Korbinian Held ist der Amtsgerichtsrat. Immerhin ist Held angeklagt, ein krankes Ross verkauft zu haben. Mit der ZDF-Serie "Königlich Bayerisches Amtsgericht" ist der Autor Georg Lohmeier berühmt geworden. Bild: ZDF/Peter G.Neubarth/Fernseh- Studio, München
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Bayern
21.01.2015
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Er ist der Autor der ZDF-Serie "Königlich Bayerisches Amtsgericht". Auch in Hörspielen und Büchern leuchtete Georg Lohmeier oft augenzwinkernd bayerische Kultur und Tradition aus.

Der Autor, Dramatiker und Schauspieler Georg Lohmeier ist tot. Der 88-Jährige sei nach langer schwerer Krankheit am frühen Dienstagmorgen gestorben, teilte seine Familie in München mit. Beim TV-Publikum machte sich der "Berufsbayer" vor allem als Autor der ZDF-Vorabend-Serie "Königlich Bayerisches Amtsgericht" einen Namen. Zwischen 1968 und 1972 wurden insgesamt 53 Teile der Gerichtsposse ausgestrahlt. Zugleich grenzte sich der Volksdichter aber von jeder "Bayerndeppengaudi" ab.

Bayerischer Patriot

Mit seiner Forderung, Bayern wieder einen König zu geben, galt Lohmeier als unbeugsamer bayerischer Patriot. Von ihm stammt der berühmte Spruch weiß-blauer Dialektik: "Mir brauch ma koan Kini, aber scheener war's scho'". Lohmeier war Gründer der bayerischen Patrioten, die sich für die Rückkehr zur Monarchie im Freistaat einsetzen. In der Folge gründeten sich in Bayern viele König-Ludwig-Vereine.

Der vor den Toren Münchens aufgewachsene Lohmeier hatte in seinen volkstümlichen Theaterstücken, Radio-Episoden und TV-Drehbüchern festgehalten, was er als Junge in der Wirtsstube des Vaters kennengelernt hatte. Dass er sich aber nicht nur als volkstümelnder Autor verstand, machten seine kulturpolitischen Studien deutlich. So verfasste der studierte Kunsthistoriker eine bayerische Kulturgeschichte. In einer anderen Arbeit beschäftigte er sich mit bayerischen Barockpredigern.

Doktorarbeit über Thoma

Lohmeier wurde am 9. Juli 1926 als neuntes Kind eines Großbauern geboren. Seine Mutter wollte einen Geistlichen aus ihm machen. Nach dem Gymnasium besuchte er daher zunächst das Freisinger Priesterseminar. Das Theologie-Studium brach er aber nach zwei Semestern ab und wechselte nach München. Dort studierte er philologisch-historische Fächer und Kunstgeschichte. Lohmeier schrieb eine Dissertation über Ludwig Thoma, ohne jemals den Doktor-Titel zu erhalten. Bald machte er sich einen Namen als volkstümlicher Theaterautor. Schließlich entdeckten ihn auch Rundfunk und Fernsehen.
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