Trauer um einen großen Historiker

Kultur BY
Bayern
06.11.2015
4
0
Hans Mommsen, einer der bedeutendsten deutschen Historiker, ist tot. Der Wissenschaftler starb am Donnerstag, dem Tag seines 85. Geburtstages, in der Nähe des Starnberger Sees. Der in Marburg geborene Mommsen lehrte bis zu seiner Emeritierung 1996 als Professor für Neuere Geschichte an der Ruhruniversität in Bochum. Mommsen hatte sich vor allem durch seine Forschung über den Nationalsozialismus einen Namen gemacht.

Weitere Forschungsschwerpunkte waren die Arbeiterbewegung und die Weimarer Republik. Im Historikerstreit Mitte der 80er Jahre zählte Mommsen zu den entschiedensten Gegnern von Ernst Nolte, der die These eines Zusammenhangs zwischen den bolschewistischen und den NS-Verbrechen verfocht.

Die Laufbahn schien für Hans Mommsen vorgezeichnet, entstammte er doch einer bedeutenden Historikerdynastie. So ist er Urenkel des legendären Liberalen und Althistorikers Theodor Mommsen, der 1902 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Sein Vater Wilhelm Mommsen lehrte als Ordinarius Geschichte in Marburg, verteidigte zunächst die Weimarer Republik, verstrickte sich dann aber ins NS-Unrechtssystem. Hans Mommsens letztes Buch erschien 2014. Mit dem Titel "Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa" zog er die Bilanz seiner Jahrzehnte langen Holocaust-Forschung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Tutzing (9)November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.