Trompetenschall und Orgelklang
Neujahrskonzert in der Bayreuther Schlosskirche mit „Bavarian Brass“

Schon 20 Jahre gehört das Ensemble "Bavarian Brass" zu den erfolgreichen Formationen, die mit viel barocker Spielfreude und Musikalität ihre Zuhörer begeistern. Mit Trompetenschall und Orgelklang eröffneten sie das Neujahrskonzert in Bayreuth. Bild: Blaß
Kultur BY
Bayern
05.01.2016
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Von Sandra Blaß

Bayreuth. Vor über 30 Jahren ins Leben gerufen, sind die Neujahrskonzerte aus den kirchenmusikalischen Aufführungen in der Schlosskirche sowie dem Kulturleben der Stadt Bayreuth nicht mehr wegzudenken. Mit brillanten und festlichen Klängen von Schlagwerk, Trompeten und Orgel ist in der voll besetzten Schlosskirche das neue Klassik-Jahr von der Formation "Bavarian Brass" gebührend begrüßt worden.

Das Ensemble, das Regionalkantor Christoph Krückl zum wiederholten Male gewinnen konnte, ist in Bayreuth und darüber hinaus längst bekannt und hat sich durch seine einzigartige Besetzung mit vier Trompeten (Benjamin Sebald, Florian Zeh, Volker Hemedinger und Dominik Thoma) sowie Orgel (Georg Schäffner) und Schlagwerk (Christoph Günther) im einen Namen gemacht.

Filigrane Technik


Was dieses Ensemble auszeichnet, sind nicht nur seine brillante Klangfülle, sondern vor allem auch die filigrane Technik der Musiker auf den unterschiedlichsten Trompeten sowie deren leidenschaftliche Spielfreude, der sich kaum jemand entziehen kann. Das diesjährige Programm ist ein wunderbarer Streifzug durch die Jahrhunderte der Musikgeschichte: vom Barock bis zur Moderne, von der weltlichen Kantate über die geistliche Motette bis hin zur Jahrmarktsmusik.

Der "Auftritt" der Musiker mit "Pastime with good company" von Heinrich VIII., bei dem sich ein Trompeter nach dem anderen zum Trommler im Altarraum gesellt, ehe alles in einen voluminösen Orgelklang mündet, ist legendär - ebenso wie "A little Prayer" für Marimbaphon von Evelyn Glennie.

Egal, ob mächtig und majestätisch wie das "Prélude in Classic Style" von Gordon Young oder lyrisch und sentimental wie "Jesus bleibet meine Freude" von Johann Sebastian Bach: Den Musikern von Bavarian Brass scheint keine Stilrichtung fremd zu sein - begeistern sie stets mit intonatorischer Reinheit und glockenreinem Sound, aber auch mit einer starken "Bühnenpräsenz" und einem guten Gespür für Ausdruck und Dynamik. Nach Bach, Vivaldi, Pachelbel, Mendelsohn und vielen anderen Komponisten ist man mit der Toccata in f-Moll für Orgel solo von Ralph W. Driffill schließlich unüberhörbar in der Welt der Kino- und Jahrmarktsmusik angekommen.

"Pomp and Circumstance"


Und was kann als krönender Abschluss besser passen als Edward Elgars bekanntes "Pomp and Circumstance" sowie das zeitgenössische Werk "Highland Cathedral". Der begeisterte Applaus des Publikums wird am Ende nicht nur mit der "Habanera" für Marimbaphon aus der Oper "Carmen" belohnt, sondern auch noch mit einem einzigartigen Mix aus Ravels Bolero und "Conquest of Paradise" von Vangelis.
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