Wichtigstes deutsches Literaturfestival startet morgen in Erlangen
Poeten werden politisch

Das Literaturfestival "Erlanger Poetenfest" beschäftigt sich mit Europa und dem Islam. Bild: dpa
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Bayern
26.08.2015
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Starke Frauen und aktuelle politische Themen: Das Poetenfest in Erlangen fragt in diesem Jahr nach dem Zusammenhalt Europas und den Folgen des Anschlags auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo".

Die deutsche Literaturszene trifft sich dazu von Donnerstag, 27. August, an im bayerischen Erlangen. Zum 35. Poetenfest werden bis zum Sonntag mehr als 80 Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten erwartet. Die Porträt-Abende stellen die Publizistin Alice Schwarzer (72), die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff (61) und den österreichischen Schriftsteller und Philosophen Robert Menasse (61) in Lesungen und Gesprächen vor. Das Erlanger Poetenfest gilt als wichtigstes deutsches Literaturfestival vor der Frankfurter Buchmesse. Die Veranstalter erwarten mehr als 10 000 Besucher.

Viele Autoren nutzen das Treffen dazu, erste Einblicke in ihre Neuerscheinungen zu geben. Der Publizist und Kulturpolitiker Hermann Glaser (86) stellt seine neue fränkische Literaturgeschichte vor. Und der Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit beschäftigt sich seit langem mit Männerfantasien, die in Gewalt umschlagen. In seiner jüngsten Publikation thematisiert er das "Lachen der Täter", die ihren Spaß am Töten öffentlich zeigen.

Gesprächsrunden fokussieren diesmal auf die Folgen des Anschlags auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo", auf Koran und Islam in Zeiten des Terrors sowie die Frage, was Europa noch zusammenhält. Auch die Literaturkritik als "elendes Kumpelsystem" und 70 Jahre Kriegsende werden thematisiert.
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