Abseits statt glücklichem Ende

Da gab es fast kein Durchkommen mehr im Gästeblock. Über 200 Fans hatten den ERSC am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Pegnitz begleitet.
Lokales
Bayern
28.12.2014
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Der ERSC Amberg hatte in Pegnitz den amtierenden Titelträger am Rande einer Niederlage. Aber etwas Dusel, ein aberkanntes Amberger Tor und ein Treffer 97 Sekunden vor der Schlusssirene brachte nicht nur den gut 200 mitgereisten ERSC-Fans die Erkenntnis: Da hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen.

Die Partie im Pegnitzer Freieis-Stadion begann wegen des starken Zuschauerandrangs mit einiger Verspätung, danach aber ging im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab.

Mit durchgängig hohem Tempo, großem Einsatz und dennoch überaus fair begeisterte das Spiel die Besucher. Die Hausherren hatten den besseren Start, Amberg musste sich erst in die Begegnung hineinarbeiten.

Das 1:0 für die IceDogs fiel aus heiterem Himmel zu einem Zeitpunkt, als der ERSC schon mehr Anteile verbuchte. Stefan Hagen war da von Markus Schwindl ideal angespielt worden, ganz unhaltbar schien der Treffer allerdings auch nicht. Die Löwen ließen sich davon aber nicht beirren und schon bis zum Ende des ersten Drittels war EVP-Torhüter Max Müller häufiger im Blickpunkt gestanden als sein Gegenüber Lukas Stolz.

Im Mittelabschnitt musste Pegnitz bereits ohne seinen überragenden Verteidiger Marco Zimmer auskommen. Der hatte sich bei einem Foul an Boris Flamik selbst verletzt und dies sollte im weiteren Verlauf das Spiel der IceDogs beeinflussen. Zwar erhöhten die Gastgeber nach einer tollen Kombination durch Christian Masel auf 2:0, aber danach setzte vornehmlich der ERSC die Akzente. Dazu verhalf natürlich auch der schnelle Anschlusstreffer durch Löwen-Center Florian Bartels, der von den IceDogs nie richtig unter Kontrolle zu bekommen war. Aber schon vorab war die erfolgreichste Amberger Angriffsreihe mit ihm und Sebastian Aukofer durch die Erkrankung von Felix Söllner gesprengt worden.

Pegnitz zeigte sich von der Verletzung Zimmers offenbar beeindruckt, hatte nun Probleme im Aufbau und der Ausgleich für Amberg lag nun mehrmals in der Luft. Die beste Gelegenheit dazu war sicherlich der Alleingang von Dominik Farnbauer in ERSC-Unterzahl, aber der Löwenstürmer scheiterte an Müller und den eigenen Nerven.

Zum letzten Drittel entwickelte die Mannschaft von Coach Stefan Ponitz von Beginn an noch mehr Druck. Der Ausgleich durch Julian Behmer - aus halbrechts direkt in den Torwinkel - war das Startsignal zu einem wahren Sturmlauf. Keine zwei Minuten später brachte Simon Bogner in Unterzahl die Löwen erstmals in Front und die Pegnitzer Abwehr hatte nun Schwerstarbeit zu verrichten.

Man kann dem ERSC lediglich vorwerfen, dass er in dieser Phase nicht vorentscheidend nachlegen konnte. Wieder beinahe aus dem Nichts gelang den Gastgebern der Ausgleich und von da an waren es bis zum Ende wieder völlig gleich verteilte Spielanteile.

In den letzten 180 Spielsekunden überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst traf Boris Flamik von der blauen Linie mit einem Schlagschuss zur vermeintlichen Führung für Amberg, was aber nach kurzer Diskussion vom insgesamt überzeugenden Schiedsrichter-Duo wegen vermeintlichem Torraum-Abseits aberkannt wurde. Dann leistete sich Darnell Pruett auf Amberger Seite ein unnötiges Foul und musste ebenso auf die Strafbank, wie der reklamierende Flamik. Der Italiener Stephan Ramoser nutzte dies dann zum glücklichen 4:3 für den großen Favoriten.
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