An der Kurbel drehen

Wie kann sich der Tourismus im Fichtelgebirge noch besser entwickeln. Fachleute überlegten sich im "Haus der Kräuter" vielversprechende Strategien. Bild: kkl
Lokales
Bayern
03.03.2015
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Das Fichtelgebirge ist eine schöne Region. Aber viele kennen sie nicht. Das soll sich nach dem Willen von Fachleuten schnell und konsequent ändern.

Zu einer Informationsveranstaltung haben sich Ferdinand Reb, Geschäftsführer der Tourismuszentrale Fichtelgebirge (TZ), Elke Sendlbeck vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg und Joachim Beth, Botschafter der Genussregion Oberfranken und Wanderführer aus Bad Berneck sowie Bürgermeister Theo Bauer und die Landfrauengruppe im "Haus der Kräuter" getroffen. Die jüngste Zusammenkunft der Tourismuszentrale Fichtelgebirge mit den Landfrauen fand 2011 statt. Die Teilnehmer haben touristische Neuigkeiten erfahren und konnten sich untereinander austauschen.

Konzept im Kräuterdorf

Bürgermeister Bauer stellte das Konzept des Kräuterdorfes Nagel vor, die beiden Kräutergärten und das Haus der Kräuter. Er informierte über Seminare, Kurse und Wanderungen. Nagel ist in die Landesgartenschau 2016 in Bayreuth einbezogen. Ferdinand Reb nannte Zahlen, Fakten und Ideen für Anbieter von "Urlaub auf dem Bauernhof".

"Die Übernachtungen und Gästezahlen von 1987 bis 2014 zeigen eine gewisse Stabilität, aber wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen", sagte Reb. Die Präsenz des Fichtelgebirges in der Öffentlichkeit müsse verbessert werden. Ein Alleinstellungsmerkmal sei die Kräutervielfalt mit 1600 verschiedenen Wildpflanzen, von denen 1000 essbar sind. Die rückläufige Bevölkerungsentwicklung sei zu berücksichtigen. Es müsse ein Schulterschluss mit der Privatwirtschaft, der Technologie und Industrie erfolgen.

Die Strategie sei eine Vernetzung und Synergienutzung für die Werbung. Für das Gruppengeschäft bestehe ein Mangel an Gruppenhäusern. Der internationale Reisemarkt sei am Wachsen, es gäbe viele Durchreisende für nur eine Übernachtung. Für Mountainbiker sollten Strecken ausgewiesen werden. In 10 bis 15 Jahren werde man in den Niederungen noch weniger Schnee als jetzt haben, gab Reb zu Bedenken.

Das Porzellan-Land hat ein unterschiedlich entwickeltes Potenzial. Auf einem guten Weg sind die Wanderer. Einzigartig sei der Punkt Gesundheit und Natur. Luft nach oben würden Winter, Rad- und Mountainbiking aufweisen. Der Punkt Kulinarik sei im Fichtelgebirge entwickelt, aber nur wenig vermarktet worden. Der Schlusssatz des Strategiepapiers lautet: Ziel, Zielgruppen und Strategie - jetzt Maßnahmen".

Für einen schnelleren Austausch bietet die Tourismuszentrale den Landfrauen eine Mitgliedschaft zu 65 Euro pro Jahr an. Die TZ bietet ein Gastgeberverzeichnis und eine Website, die zur Zeit für die Nutzung per Smartphone umgebaut wird. Und Facebook-Kampagnen sollen ihren Zweck erfüllen.

Nach dem Motto "Klappern gehört zum Handwerk" hat die TZ die Region auf dem "Bayerntag" am 2. August 2014 in Berlin vertreten und wird sich dieses Jahr wieder auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin Spandau sowie auf der Internationalen Grünen Woche präsentieren. Auch innerhalb der Veranstaltungsreihe "Fernweh ganz nah" - Die Förderung des Freizeit- und Naherholungstourismus innerhalb der Metropolregion Nürnberg - will die TZ Fichtelgebirge die Region präsentieren. Joachim Beth informierte als Genussbotschafter über Spezialitäten aus Oberfranken. Die Mitglieder müssen sich einer Prüfung unterwerfen und bekommen ein Siegel.

Über 700 Metzgereien

Oberfranken hat 714 Metzgereien, 529 Bäckereien und rund 200 Brauereien. Alle Genussbotschafter von Oberfranken sind auf einer Homepage gelistet. Auch Elke Sendlbeck kümmert sich um "Urlaub auf dem Bauernhof", Sie lud ein zur Fachtagung am 27. und 28. April in Kloster Banz und zu einem Seminar für "Outdoor Cooking" am 9. Juni auf dem Ferienhof Redel in Eckersdorf.
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