Audi A3 Sportback 2.0 TDI Ambition
Schöne Alternative zum Golf-Bruder

Äußerlich nur ein paar Millimeter gewachsen, aber im Radstand um satte sechs Zentimeter zugelegt hat der A3 Sportback. Der Zuwachs kommt vor allem den Hinterbänklern zugute. Bild: bz
Lokales
Bayern
26.07.2013
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Schöne Alternative zum Golf-Bruder

Die Aufgabe war - und ist immer noch - klar definiert: Wem der Golf zu alltäglich ist, der soll wenigstens im Konzern eine Alternative finden. Und so macht der Audi A3 seit 17 Jahren auf schicken Schönling, der mit ein paar sportlichen und exklusiven Zutaten sogar die Hauptrolle im Unternehmen spielt. Nach drei Generationen ist er das volumenstärkste Modell der Ingolstädter. Die Baureihe ist weltweit in 117 Ländern auf dem Markt. Täglich fahren heute rund 700 Fahrzeuge vom Band, dieser Tage das dreimillionste Exemplar.

Ein Sportback übrigens, wie unser Testwagen auch. Dem Fünftürer gelingt recht geschickt der Spagat zwischen Kombi und Coupé. Mit Avant will er eigentlich nichts zu tun haben, schluckt aber mehr Gepäck und sperrige Handwerks- oder Freizeitutensilien als von sonstigen Vertretern der kompakten Art gewohnt. Wobei sich schon die Frage auftut, wer überhaupt noch den um 900 Euro günstigeren "normalen" A3 ordert. Wer sich nicht mit drei Türen begnügt, gewinnt auch nachhaltig Alltagstauglichkeit.
Die zeigt sich durchaus auch in den Details. Den kleinen "Stellnasen" im Gepäckabteil zum Beispiel, die den Ladeboden oben halten. Oder den LED-Leuchten, die für ausreichend Licht sorgen. Vom leichteren Einstieg in die "Hinterwelt" mal ganz zu schweigen. Das Sitzgefühl darf man ruhigen Gewissens als recht kommod bezeichnen. Bequem ist es allemal auf dem Mobiliar. Dabei straff genug, um in Kurven nicht plötzlich Haltung und Haftung zu verlieren. Der satte Raumzuwachs ist vor allem dem um sechs Zentimeter gewachsenen Radstand zu verdanken. Der kommt allein den Passagieren hinten zugute.

Am Arbeitsplatz des Fahrers gibt's nichts zu kritteln. Da ist alles da, wo es hingehört. Traditionalisten mögen vielleicht den Hebel für die Handbremse vermissen. Weil mittlerweile elektromechanisch, findet sich stattdessen der Dreh-, Schiebe- und Drückknopf für das optionale MMI-System auf der Mittelkonsole. In Verbindung mit "Audi connect" wird daraus ein Internet auf Rädern, das via ausfahrbarem Bildschirm auf dem Instrumententräger mehr Informationen liefert, als die Insassen gemeinhin auf die Schnelle verarbeiten können. Material und Verarbeitung im Innenraum entbehren jeglicher Kritik. Da wird der Audi seinem Anspruch vom Exklusivität mehr als gerecht, lässt sich seine Goodies aber auch bezahlen.
Der Zweiliter-Turbodiesel ist ein alter Bekannter, so eine Art Allzweckwaffe im Konzern, die im Audi A3 aber zur Höchstform aufläuft: stets präsent, aber immer ein bisserl im Hintergrund, dennoch souverän. Der Selbstzünder hängt ausgezeichnet am Gas, befolgt ohne zu murren alles, was der rechte Fuß vorgibt. Werksvorgaben sind bekanntlich eine Sache für sich. Selten sind die einzuhalten. Unser Testverbrauch aber rangiert in der Rubrik "sehr zufrieden".

Ob Autobahn oder Landstraße - Blößen gibt sich der Herr der Ringe auf keinem Geläuf. Satt liegt er auf der Straße, willig und zielgenau lässt er sich dirigieren, wieselt hier um Kurven und hält dort fest die Spur. Das Fahrwerk selbst gehört aber in die Klasse sportlich. Gleichwohl werden Verwerfungen glatt gebügelt, geben höchstens noch ein paar tiefe Kanaldeckel Meldung an die Insassen.

Schicker als der Golf ist er allemal, der A3 Sportback. Sportlicher und exklusiver auch. Aber ganz sicher nicht günstiger. Der Beau weiß sich in Szene zu setzen und lässt sich seine Rolle auch ganz gut bezahlen. Aber das weiß der Kunde auch.
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