Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum - Krimiautorin Agatha Christie als Pharmazeutin
Arzneimittel in todsicherer Dosis

Agatha Christies umfangreiches pharmazeutisches Wissen offenbart sich in einer Vielzahl ihrer Kriminalgeschichten. Bild: hfz
Lokales
Bayern
24.10.2014
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Giftmorde sind seit jeher eine beliebte Methode, um unliebsame Personen aus dem Weg zu schaffen. Auch die "Lady of Crime", Agatha Christie, zog in ihren Geschichten das sanfte Mordmittel Gift den brutaleren Tötungsmethoden vor. Arsen, Morphin, Digitalis - in 70 ihrer über 100 Romane und Kurzgeschichten fallen die ahnungslosen Opfer Giften oder überdosierten Arzneimitteln zum Opfer.

Die neue Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel, konzipiert vom Sächsischen Apothekenmuseum Leipzig und überarbeitet vom Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim, zeigt ab heute, 19 Uhr, eine Vielzahl von Exponaten, die für den Umgang, die Verarbeitung und den Verkauf von giftigen Stoffen nötig waren. Dazu gehören Giftfläschchen, Handwaagen, Pillenmaschinen und filigrane Messzylinder. Keramik-Reibschalen zum Zerkleinern oder Strecken toxischer Substanzen geben einen Einblick in die heikle Arbeit eines Apothekers, denn schon Paracelsus wusste: "Die Dosis macht das Gift." So werden fast alle ausgestellten Substanzen, noch heute in homöopathischer Dosis als Arzneimittel verwendet.

Agatha Christie schilderte die Gifte in ihrer Wirkung und Erscheinung so genau und umfassend, dass ihr Toxikologen pharmazeutisches Wissen auf Lehrbuchniveau bescheinigen. Als Krankenschwester beim Roten Kreuz während des Ersten Weltkrieges in einem Feldlazarett und später als Apothekenassistentin hatte sie Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Giften gesammelt.

Diese Kenntnisse ließ sie später in die meisten ihrer Romane einfließen und wurde auch deshalb zu einer der erfolgreichsten Kriminalautorinnen der Welt.
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