Bilder, die die Seele berühren

Martin Schmid (links), Geschäftsführer des Klinikums Fichtelgebirge, Fotografin Regina Suchy und Johannes Geiger (rechts), Geschäftsführer der KEB Wunsiedel, bei der Vernissage zur Ausstellung "Religion nebenan". Bild: privat
Lokales
Bayern
16.10.2014
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Evangelisch-methodistische Diakonissen im Speisesaal ihres Konvents, ein hinduistischer Junge in einem Tempel oder auch jüdische Jugendliche beim Spiel: Die Fotos von Regina Maria Suchy zeigen Szenen religiösen Lebens "Tür an Tür" in Deutschland.

Die erstaunliche Vielfalt und das friedliche Nebeneinander der Religionen sind Thema und Vision der Fotoausstellung "Religion nebenan" im Klinikum Fichtelgebirge Haus Marktredwitz. Religion, wenn sie nicht missbraucht und verbogen wird, könne eine Quelle großer Ermutigung sein, hob Klinikums-Geschäftsführer Martin Schmid bei der Vernissage hervor. "Zu zeigen, wie viele Menschen jeden Glaubens daraus schöpfen und Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern ein paar Momente des Innehaltens und vielleicht auch Trostes anzubieten, passt sehr gut in ein Krankenhaus." Schmid begrüßte neben der Fotografin zahlreiche Ehrengäste: die Mitveranstalter Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Wunsiedel (KEB), Evangelisches Bildungswerk Selb-Wunsiedel und "Netzwerk gemeinsam für die Region", Stadträte und kommunalpolitisch Engagierte, Vertreter des Islamischen Kulturvereins Marktredwitz, Mitarbeiter des Klinikums und die Gruppe "Windstill" unter Leitung von Dr. Christian Geißendörfer, die die musikalische Umrahmung übernommen hatte.

Stadtrat Kurt Rodehau überbrachte die Grüße der Stadt Marktredwitz und verwies auf die große Aktualität des Themas, ehe Johannes Geiger, geschäftsführender Bildungsreferent der KEB und Organisator der Ausstellung, in seiner Hinführung jeden dazu ermutigte, sich wieder mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen. Angesichts des Erstarkens fundamentalistischer Strömungen überall auf der Welt sei es nicht damit getan, Religion als Privatsache zu bezeichnen. "Der Weg, den diese Ausstellung aufzeigt, ist schwieriger: Einen eigenen Standpunkt zu haben und den anderen trotzdem zu schätzen und gelten zu lassen."

Mit offenen Armen

Regina Suchy, deren Fotobuch zu "Religion nebenan" übrigens an der Information des Klinikums ausliegt, beschrieb die Entstehung ihrer Bilder: Recherche und Knüpfen von Kontakten seien dabei eine Haupttätigkeit gewesen, wobei manchmal hartnäckiges Nachfragen nötig gewesen sei, viele sie jedoch ohne zu zögern mit offenen Armen aufgenommen hätten. "Meine Absicht war es, Menschen in unserer säkularisierten Gesellschaft auch in ihrer Religionszugehörigkeit wahrzunehmen. Die Situationen sind nicht gestellt, alles ist authentisch." Ihr Wunsch sei es, dass diese Ausstellung den Geist des Betrachters erweitere und seine Seele berühre.

Die Ausstellung "Religion nebenan" ist vier Wochen lang in Foyer und Magistrale des Klinikums Fichtelgebirge zu sehen. Außerdem laden die Veranstalter zu Begleitveranstaltungen ein. So thematisiert ein Podiumsgespräch am Mittwoch, 5. November, um 19 Uhr in der Cafeteria des Klinikums mit Vertretern verschiedener Religionen "Was ich an meiner/deiner Religion schätze".
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