Büro unter historischem Gebälk

Ersetzt werden nur die morschen Teile der Balken. Denn die historische Substanz der Scheune ist besser als angenommen. Bild: privat
Lokales
Bayern
20.11.2014
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Beim "Tag des offenen Denkmals" konnten Interessierte in die letzte bisher unsanierte historische Scheune an der Egerstraße blicken. Nun hämmern und sägen Handwerker. Der Zeitplan ist eng gesteckt.

Schon in einem Jahr will Architekt Peter Hilgarth mit seinem Büro in dem historischen Gebäude einziehen. In einem ersten Schritt lässt der neue Eigentümer die Dachkonstruktion statisch ertüchtigen, bevor eine neue Schalung aufs Dach kommt. Eine Folie schützt im Winter vor Eis und Schnee. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten zügig fortgeführt werden. Peter Hilgarth ist überzeugt: Historische Bausubstanz lässt sich hervorragend mit zeitgemäßer Nutzung kombinieren. Im Gegensatz zu einem Neubau biete das Projekt viel spannendes Potenzial.

Architekt Hilgarth hatte lange nach einem Baudenkmal für sein Büro gesucht. Daher war er mit der Unteren Denkmalschutzbehörde am Stadtbauamt rund ein halbes Jahr im Stadtgebiet auf der Suche nach einem passenden Gebäude. Schließlich wurde Peter Hilgarth in der Egerstraße fündig. Mitte des Jahres kaufte er die unsanierte Scheune. Diese war bis dahin als Lagergebäude genutzt worden. Dafür waren die Gebäude der Scheunenreihe auch ursprünglich konzipiert.

Entstanden sind die Scheunen im 16. Jahrhundert, nachdem die Stadt von mehreren Bränden heimgesucht worden war. Die Stadtregenten beschlossen im Jahr 1540, dass die Bürger innerhalb der Stadtmauern nur noch eine begrenzte Menge an brennbaren Materialien lagern dürfen. Aus diesem Grund mussten Scheunen außerhalb - entlang der ehemaligen Haupterschließungsstraße Egerstraße - errichtet werden.

Inzwischen sind diese Scheunen überwiegend zu Wohnzwecken umgebaut. In der letzten erhaltenen Scheune schafft Peter Hilgarth nun Platz für sein Architekturbüro, das momentan noch im Gewerbegebiet am Stadtrand angesiedelt ist. Bis zu zehn Arbeitsplätze verteilen sich einmal auf die drei Stockwerke im neuen Domizil. Die Mitarbeiter können auf der Südseite den herrlichen Blick über Marktredwitz genießen.

Die Sanierungsarbeiten sind aufwendig. Die Zimmerei Hecht aus Tirschenreuth ist gerade dabei, das Dachtragwerk zu sanieren. Dabei hat sich erfreulicherweise gezeigt, dass die historische Substanz weit besser ist als gedacht. Die Arbeiten werden in enger Abstimmung mit der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde am Stadtbauamt durchgeführt. Das Vorhaben ist ein positives Beispiel, was man aus historischen Gebäuden Wundervolles machen kann, freute sich Oberbürgermeister Oliver Weigel bei einem Ortstermin.
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