Das Land hinter den Wäldern

Eine aufschlussreiche und informative Studien- und Begegnungsfahrt nach Siebenbürgen erlebten 41 Teilnehmer aus Marktredwitz und Parsberg. Optimistische und gut gelaunte Kinder begegneten ihnen im Kindergarten der Mallersdorfer Schwestern in Odorhei. Bild: hfz
Lokales
Bayern
15.11.2014
4
0

Die "mittelalterliche Puppenstube" Schäßburg in Siebenbürgen lebt heute von der Legende um den Vater aller Vampire, Graf Dracula. Die Region hat viele Gesichter. Auch die Moderne hat hier längst Einzug gehalten, wie die Reisegruppe der Erwachsenenbildung festgestellt hat.

Die siebentägige Studien- und Begegnungsfahrt der katholischen Erwachsenenbildung führte die 41 Teilnehmer nach Siebenbürgen. Sie besuchten soziale Einrichtungen der Mallersdorfer Franziskaner Schwestern und lernten Land und Leute kennen.

Als Reiseleiter fungierte Studiendirektor a.D. Alfons Prechtl, der die Reise auch organisiert hatte. Unterstützt wurde er von der Mallersdorfer Schwester Pietro aus Parsberg. Seit 150 Jahren wirken die Schwestern in Siebenbürgen. Sie betreuen Kindergärten, versorgen ältere und bedürftige Menschen mit warmen Mittagessen und betreiben eine Tagesstätte für behinderte Kinder sowie ein Altenheim für arme Menschen.

Einheimische Leiterinnen

Zur Zeit des Kommunismus waren alle Niederlassungen aufgelöst worden. Jetzt gewinnen die Schwestern die alten Besitzungen langsam zurück und arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung. Einheimische, rumänische Schwestern übernehmen dabei zunehmend die Aufgaben und Leitungen.

Die Gruppe besuchte die Einrichtungen in Oradea und in Odorhei. In beiden Niederlassungen empfingen rumänische Schwestern die Besucher. Die Pfarrei St. Andreas Parsberg liefert mehrmals jährlich Hilfssendungen und Geldspenden in die Orte. Die katholische Expositur St. Michael, Marktredwitz-Brand, unterstützt die Arbeit finanziell. Beim Besuch wurden 5000 Euro übergeben. Alfons Prechtl dankte den Schwestern für ihre wegweisende Arbeit.

Siebenbürgen ( rumänisch Transsilvanien) bedeutet so viel wie das Land hinter den Wäldern). Nach 1990 haben viele Siebenbürgersachsen Haus und Hof zurückgelassen. Ortsschilder sind in rumänischer und ungarischer Sprache. Deutsche Bezeichnungen, vor allem in den Städten, sind ebenfalls präsent. Zum Beispiel Hermannstadt (Sibiu), Kulturhauptstadt Europas 2007 oder Schäßburg (Sighisoara), Unesco Weltkulturerbe, das als mittelalterliche Puppenstube bezeichnet wird und von den Geschichten um den blutrünstigen Grafen Dracula lebt.

In den Städten überwiegt die westliche Lebensweise. In den Dörfern leben die Menschen eher wie in den 1950er Jahren. Hier stoppten Pferde- und Ochsengespanne schon mal den Bus der Reisegruppe. Unzählige Schafherden prägen das Landschaftsbild. Vorherrschend ist das Kleinbauerntum mit Hühnern, wenig Vieh und kleinen Anbauflächen.

Viele Konfessionen

Land und Leute sind in dem Vielvölkerstaat sehr unterschiedlich geprägt. Kirchenbauten gibt es zuhauf. Zahlreiche, sehenswerte sind in den Städten. Jedes Dorf hat wenigstens einen Sakralbau. Es dominieren die orthodoxen Kirchenbauten mit ihren silbernen Kuppeln (87 Prozent der Rumänen gehören zu dieser Kirche).

Es existieren aber auch katholische und evangelische Gotteshäuser. Auch jüdische und moslemische Gebetshäuser sind überall zu finden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7172)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.