Den Heiligen Geist spüren

Mit über 400 Kindern, Jugendlichen und Junggebliebenen feierten (von links) Diakon Franz Fuchs, Kaplan Thomas Kopp, Pfarrer Konrad Amschl, Pfarrer Christian Kalis, Pfarrer Gerhard Pöpperl und Pfarrer Günter Vogl einen Gottesdienst. Bild: kro
Lokales
Bayern
25.05.2015
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"Du wurdest der Gruppe der Christen hinzugefügt. Ob du darin aktiv werden willst, entscheidest du selbst", verdeutlichte Pfarrer Christian Kalis beim Jugendtag auf der Luisenburg. Der Seelsorger ergänzte: "Traue dich, anderen von deinem Glauben zu erzählen."

Zum Jugendtag auf der Luisenburg hatten die Dekanate Tirschenreuth und Kemnath-Wunsiedel in Zusammenarbeit mit den Katholischen Jugendstellen Tirschenreuth und Marktredwitz eingeladen. Über 400 Gläubige nahmen am eindrucksvollen Gottesdienst teil. Erfrischend und zugleich nachdenklich stimmend zelebrierte Pfarrer Christian Kalis (Diözesanseelsorger der Katholischen Landjugendbewegung) zusammen mit Pfarrer Gerhard Pöpperl (Direktor der Diözesanstelle für geistliche Berufe), den beiden Kreisjugendseelsorgern Konrad Amschl (Kemnath) und Kaplan Thomas Kopp (Wunsiedel), Pfarrer Günter Vogl (Wunsiedel) und Diakon Franz Fuchs.

Flucht aus Syrien

In seiner eindrucksvollen Predigt ging Pfarrer Christian Kalis zunächst auf den 18 Jahre alten syrischen Flüchtling Joan Ali ein, der seine Familie zurück lassen musste, und aktuell in Niederbayern die elfte Klasse einer Berufsschule besucht. Joan Ali hat viel erlebt, er hat die Schrecken des Krieges gesehen, die vielen Toten und Verletzten. Deshalb, so der Pfarrer, sei Joan Ali geflohen. Seine Familie habe ihn dabei unterstützt. Eine etwa zehn Zentimeter lange Narbe am Knie erinnere den 18-Jährigen an seine Flucht. Er habe Kontakt zur Familie in Syrien. Zurück in dieses Land wolle er aber auf keinen Fall. Er hoffe, dass seine Familie irgendwann nachkommen könne, denn hier in Deutschland gebe es Demokratie und Regeln. Erlebnisse, die mit dem Motto des Jugendtags "Du wurdest der Gruppe hinzugefügt" zu tun hätten. Joan Ali habe es sich nicht ausgesucht, gerade in Syrien geboren zu sein, "wo er vor dem Krieg fliehen musste, um am Leben zu bleiben". Vom Frieden, den Jesus seinen Jüngern zugesprochen habe, sei er weit entfernt gewesen. Der Terror habe Joan Ali der Gruppe der Geflüchteten hinzugefügt. Jetzt müsse er sehen, wie er sich über Wasser halten könne.

Der Geistliche erinnerte an die Taufe, wo Kinder, ohne dass sie gefragt wurden, der Gruppe der Christen hinzugefügt werden. Die Eltern haben diese Entscheidung getroffen. Später bei der Firmung folge die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Der Heilige Geist dränge vor allem am Pfingsttag dazu, aufeinander zuzugehen - gleich ob Fremde oder Feinde. Deshalb werde Pfingsten oft als der "Geburtstag der Kirche" bezeichnet. "Überall wo Menschen sich heute als Menschen erfahren, wo sie friedlich in einer Gemeinschaft leben, erfahren sie den Heiligen Geist." Der Geist bewege sie, dem Schönen zu begegnen, in der Natur, in cooler Musik, im anderen Menschen.

"Jahrmarkt der Jugend"

Nach dem Gottesdienst luden die beiden Jugendreferentinnen Barbara Schönauer und Ivona Bayer zum "Jahrmarkt der Jugend" ein. Neben Workshops und Essensständen gab es auch Segway-Touren, Kastenstapeln mit der Feuerwehr, ein Spielmobil und viele weitere Angebote.
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