Ein Gefängnis im Grünen

Oberbürgermeister Oliver Weigel (Bildmitte), Bauoberrat Stefan Büttner (links) und Wirtschaftsförderer Markus Brand (rechts) stellten die möglichen Standorte für die Justizvollzugsanstalt vor. Bild: hd
Lokales
Bayern
25.08.2015
21
0

Die Erwartungen an die geplante Justizvollzugsanstalt sind hoch. Auch deshalb bietet die Stadt Marktredwitz dem Justizministerium zwei Flächen zur Auswahl.

Die beiden sechs bis sieben Hektar großen Areale liegen in Wölsau und im Bereich Rathaushütte. Oberbürgermeister Oliver Weigel und Wirtschaftsförderer Markus Brand rechnen mit einer Entscheidung bis Herbst 2015. Aber vielleicht sagt Bayerns Justizminister Winfried Bausback bereits etwas zum Standort der künftigen Justizvollzugsanstalt, wenn er am 22. September die Stadt Marktredwitz besucht.

Oberbürgermeister Oliver Weigel und Bauamtsleiter Stefan Büttner informierten am Dienstagnachmittag in einem Pressegespräch über den aktuellen Sachstand. Vor rund einem halben Jahr hatte das Bayerische Heimatministerium im Zuge der Behördenverlagerung Marktredwitz als Standort für eine neue Justizvollzugsanstalt benannt. Unmittelbar danach sei die Stadt Marktredwitz aktiv geworden, berichtete Weigel und verwies auf zahlreiche Gespräche. Unter anderem besichtigten Vertreter die im Bau befindliche JVA Augsburg-Gablingen sowie das Landshuter Gefängnis.

350 Haftplätze

Die Standortsuche in Marktredwitz war nicht einfach. Immerhin sollen insgesamt rund 350 Haftplätze entstehen, 120 davon für Frauen. Die Zahl der Beschäftigten bezifferte Weigel mit 200. Abgesehen von der Größe müsse die Erschließung gesichert sein. Auch dürften in der Nähe keine höheren Flächen liegen, von denen Gegenstände in die künftige Justizvollzugsanstalt geschleudert werden könnten. Übrig blieben zwei Flächen. Ein Areal liegt im Bereich Rathaushütte, einem Gewerbegebiet, das derzeit als Acker genutzt wird. Über 90 Prozent gehören bereits jetzt der Stadt. Das Gelände beim Ost-West-Kompetenzzentrum liegt nahe der Autobahn und ist sogar an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angebunden. Einziger "Knackpunkt", so OB Oliver Weigel, ist eine 110 000-Volt-Stromleitung, die quer übers Gelände führe. Allerdings sei eine Verlegung möglich. Wald und Wiesen prägen derzeit den Alternativ-Standort bei Wölsau nahe einem Asphaltmischwerk und einer Monodeponie. Es gibt noch keine Anbindung an den ÖPNV. Der Stadt Marktredwitz gehören weniger als 25 Prozent der Fläche. Beide Standorte haben "Fürs und Wider", meinte der Oberbürgermeister. Einen Favoriten (seitens der Stadt) gebe es nicht. Justizminister Winfried Bausback informiere sich im September vor Ort. Die Entscheidung treffe das Justizministerium in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt, wusste Oliver Weigel.

Sei die Standortwahl getroffen, folge die Bauleitplanung, erläuterte Bauoberrat Stefan Büttner am Dienstag. Hier könne sich die Bevölkerung einbringen, Anregungen geben, um das Projekt zu optimieren. OB Oliver Weigel: "Außerdem gibt es Informationsveranstaltungen. Auch um zu zeigen, was eine JVA für unsere Stadt bedeutet." Denn die Justizvollzugsanstalt biete nicht nur Arbeitsplätze. Auch Nahrungsmittel könnten aus der Region geliefert werden. Die Stimmung in der Bevölkerung ("nach anfänglicher Skepsis") bezeichnete der Oberbürgermeister als positiv.

Baubeginn 2018

Die Planungsphase könne durchaus zwei Jahre dauern. Baubeginn für das 70 bis 80 Millionen Euro teure Projekt könnte 2018 sei. Oliver Weigel war sich sicher: "Die Region wird von Bau und Betrieb der JVA profitieren."
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7172)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.