"Ein Tor wie aus dem Nichts"

Sebastian Glasner (rechts), der Bayreuther Torschütze zum 1:0, kommt in dieser Situation zu spät. Ambergs Torwart Matthias Götz (links) hält. Bild: Peter Kolb
Lokales
Bayern
21.09.2015
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Pech für den FC Amberg: Nach sieben sieglosen Spielen fuhr die SpVgg Oberfranken Bayreuth in der Regionalliga wieder einen Dreier ein. Allerdings war das 1:0 gegen die Elf von Trainer Timo Rost in die Kategorie "glücklicher Arbeitssieg" einzuordnen.

Es gibt diese magischen Momente im Fußball: Und einen davon erlebten die Altstädter im Duell mit dem FC Amberg. In der 70. Minute hatte Tobias Wiesner die hundertprozentige Gelegenheiten zum zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdienten Führungstreffer der Oberpfälzer. Doch der 25-jährige Angreifer brachte das Kunststück fertig, frei stehend das Spielgerät am Fünfmeterraum zwei Meter neben den Kasten zu setzen.

Nur eine Zeigerumdrehung später wurde der für den gesundheitlich leicht angeschlagenen Kristian Böhnlein eingewechselte Chris Wolf auf der linken Angriffseite mit einem schnell ausgeführten Einwurf eingesetzt, dessen Flanke erreichte den ansonsten blassen Neuzugang Sebastian Glasner, der völlig alleine gelassen, nur noch einzuköpfen brauchte und für das zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende 1:0 sorgte. "Das war ein Tor wie aus dem Nichts", war Ambergs Coach Timo Rost frustriert. "Und dann haben die Bayreuther den Vorsprung in der restlichen Spielzeit nach Hause gebracht."

Im Spiel ist alles anders

Der Altstädter Trainer Christoph Starke wusste, dass es nach der jüngsten Pleite beim Schlusslicht FC Augsburg II ein schwerer Gang werden würde: "Wir hatten zwar eine gute Trainingswoche, doch im Spiel selbst sieht es dann ganz anders aus."

Der Coach sollte Recht behalten: Die Pleite im Rosenaustadion hatte tatsächlich mehr an den Nerven der Spieler genagt, als es die Verantwortlichen wahr haben wollten. Die Unsicherheit der Bayreuther war bis unter das Tribünendach zu spüren. Das umformierte Team - im Gegensatz zum missratenen Auftritt im Rosenaustadion hatte der 50-jährige Trainer in der Startformation gleich fünf neue Akteure aufgeboten - fand kaum statt. Nur ganz selten gelangen Kombinationen wie die in der 32. Minute, als sich Tayfun Özdemir den Ball im Mittelfeld erobert hatte, auf Kristian Böhnlein weiterleitete und der Ex-Frohnlacher seinen Mittelfeld-Kollegen Friedrich Lieder bediente.

Lieder schießt drüber

Der ehemalige Amberger nahm das Spielgerät volley und zielte aus 14 Metern nur knapp über den Kasten seiner ehemaligen Teamkollegen. Ansonsten war im Angriff eher Flaute angesagt, man verzettelte sich über weite Strecken zu sehr in Einzelaktionen und traute sich zu wenig zu. Oftmals wurde viel zu überhastet abgeschlossen, Torwart Matthias Götz zwischen den Amberger Pfosten blieb in den ersten 45 Minuten und bis weit in die zweite Halbzeit nahezu beschäftigungslos.

Im hinteren Bereich konnten sich die Altstädter bei der Verspieltheit ihrer nicht nur gedankenschnelleren Gäste bedanken, dass es keinen Gegentreffer setzte. Der Neuling wirkte in nicht wenigen Situationen präsenter und offenbarte mehr Selbstbewusstsein als die enttäuschenden Platzherren. Allerdings wussten die Oberpfälzer lange Zeit nicht, wo das Bayreuther Tor steht.

Richtig geprüft wurde SpVgg-Schlussmann Andreas Sponsel erst in der 64. Minute, als er in Klassemanier gegen den alleine vor ihm auftauchenden Marco Wiedmann zur Ecke klärte.

Erst nach Glasners Treffer löste sich die Verkrampfung im Bayreuther Spiel - und hätte Anton Makarenko nach einer weiteren sehenswerten Kombination mit Lieder und Wolf etwas genauer Maß genommen, wäre das die Entscheidung gewesen. Doch Götz stand goldrichtig und klärte.

Gelb-Rot für Torunarigha

So witterten die Oberpfälzer spätestens nach dem Weitschuss von Frank Lincke, der nur haarscharf am Tor vorbei strich, noch einmal Morgenluft (86.). Doch als sich der eingewechselte Junior Torunarigha nach einem Fallrückzieher am Mann die Gelb-Rote Karte einfing, war der erste Altstädter Dreier seit dem 1. August in trockenen Tüchern.

"In unserer Situation hilft ein solcher Sieg enorm", atmete ein erleichterter Starke erst einmal ganz tief durch.
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