Erinnerung an das Münchener Olympia-Attentat: Feierliche Unterzeichnung der Grundsteinurkunde
"Kein Kompromiss, sondern beste Lösung"

Die Gedenkstätte in München soll nach den Vorstellungen des Tirschenreuther Architekturbüros Brückner und Brückner einmal so aussehen. Entwurf: Brückner und Brückner
Lokales
Bayern
12.11.2015
11
0
Für Ludwig Spaenle ist dieser kleine Festakt im Olympischen Dorf Münchens eine Reise in die eigene Vergangenheit. Als 11-jähriger Bub nahm er 1972 das Attentat eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen als Anwohner wahr.

Spaenle wohnte damals nur ein paar hundert Meter vom Geschehen entfernt, er erinnert sich noch an die kreisenden Polizei- und Militär-Hubschrauber.

Elf getötete Sportler

Zur Trauerfeier Tage später hatte ihn seine Mutter mitgenommen. Elf tote Sportler und einen getöteten Polizisten gab es zu betrauern. In Sichtweite aller Orte des damaligen Geschehens soll nun bis zum kommenden Herbst ein Erinnerungsort entstehen. Genau an der Stelle, wo das Tirschenreuther Architekturbüro Brückner&Brückner die Gedenkstätte in das Gelände hineinschneiden will, haben Spaenle und die israelische Vize-Außenministerin Tzipi Hotoveli bei einem Festakt die Grundsteinurkunde unterzeichnet, die zu Baubeginn im kommenden Frühjahr in einer Schatulle eingemauert werden wird. Hotoveli bedankt sich anschließend persönlich bei Architekt Peter Brückner für das Gedenkstättenkonzept.

Sie teilt offenbar Brückners Gewissheit, dass der Erinnerungsort "kein Kompromiss, sondern die beste Lösung" ist. Hotoveli, Jahrgang 1978, kennt die Geschichte des Olympia-Attentats nur aus Erzählungen. Zur Vorbereitung ihres Besuchs in München hat sie mit zwei der Witwen damaliger Opfer gesprochen. Sie wollte sich einfühlen können in den Ort und die Zeit. Vom damaligen Pressehügel aus verschafft sich die Ministerin, angeleitet von Spaenle, einen Überblick über das Gelände zwischen Olympischem Dorf und den Sportstätten.

Mahnmal gegen Terrorismus

Hotoveli überbringt den Dank der Hinterbliebenen, dass die Gedenkstätte nun tatsächlich realisiert wird. Aus ihrer Sicht soll diese auch ein Mahnmal gegen den internationalen Terrorismus sein. Dann liest die Ministerin mit bewegter Stimme die Namen aller zwölf Opfer vor. Genau um die soll es in der Gedenkstätte in erster Linie gehen. Man wolle den Opfern "ihr Gesicht wiedergeben", formuliert es Spaenle. Das Attentat sei ein "tiefer Stich ins Herz Münchens und ganz Deutschlands" gewesen. Nun soll hier ein wichtiger "Ort des Gedenkens und Erinnerns" entstehen.

Architekt Brückner spricht vom Gedenken an die Opfer, gepaart mit solider Information über die damaligen Geschehnissen und ihren weltpolitischen Hintergrund.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.