Experte warnt Zehntklässler vor rechtsextremer Musik
Nicht nur platte Parolen

Lokales
Bayern
16.10.2015
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Die Bandnamen machen oft neugierig. Auch das ist Ziel rechtsextremer Musikgruppen, die Jugendliche beeinflussen wollen. Die Gefährlichkeit ist nicht zu unterschätzen, warnte Hans-Joachim Stockschläger, ein ausgewiesener Experte in Sachen Rechtsextremismus, vor Zehntklässlern des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Braunes Gedankengut in der Populärmusik: Stockschläger informierte über die Themen, die aktuell in der rechten Musik eine Rolle spielen. In den Texten gehe es nicht nur um platte Parolen wie "Ausländer raus", sondern viel mehr um fundamentale Systemkritik, "um das Ablehnen unserer demokratischen Grundordnung". Opfer seien Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch Behinderte, Obdachlose, Homosexuelle, kurz alle, "die von Neonazis als minderwertig eingestuft werden". Die Musikstile seien vielfältig. Von Liedermachern über Hip-Hop bis zu Punk und Metal decke die Szene alle Genres ab, die von Jugendlichen konsumiert werden. "Und Musik beeinflusst uns täglich." Besonders erstaunt waren die Zuhörer, dass die Zielgruppe nicht nur aus Teenagern bestehe, sondern dass bereits im Kindergartenalter versucht werde, auf die Jüngsten einzuwirken. Das zeigte der Referent an konkreten Beispielen auf. Den Musikern gehe es primär um Unterstützung der rechtsextremen Szene und die "Verbreitung ihrer menschen- und demokratiefeindlichen Inhalte, das alles verbunden mit einer Unterhaltungskultur, die an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten ist". Der Vortrag von Hans-Joachim Stockschläger diente vor allem der Aufklärung und Prävention, "sich nicht von den rechten Rattenfängern einnehmen zu lassen" und möglichst schnell zu erkennen, welche Gefahren hinter Songs lauern, die vermeintlich den Geschmack der Teenager treffen könnten. Was helfe, seien Engagement, Information und politische Bildung, die den Heranwachsenden Werte und Orientierung vermittelt.
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