Extremer als extrem

Lokales
Bayern
12.02.2015
4
0

Sie wollen ihren eigenen Schweinehund überwinden. Dafür laufen, springen, robben oder kriechen sie bei "No Guts, No Glory" durch das Gelände, schwimmen durch eiskaltes Wasser. Die eiserne Regel lautet: "Wer ins Ziel kommt, hat gewonnen." Doch nicht alle werden es schaffen.

Eine neue Wegführung, noch ein bisschen Eiswasser in die Gräben und ein anderes Netzhindernis im Streckenabschnitt "Hölle". Die Veranstalter des Hindernislaufs "No Guts, No Glory" rund um Gut Matheshof in Kreuth bei Rieden legen von Jahr zu Jahr noch eine Schippe Schlamm drauf. Auf dem Areal des Pferdesport- und Turnierzentrums laufen die letzten Vorbereitungen für den Extrem-Wettbewerb.

Mehr klettern

"Wir haben noch Einiges aus der Natur herausbekommen, das bisher im Verborgenen lag", sagt Michaela Betzmann vom Veranstalter Sog Events. "Insgesamt gibt es in diesem Jahr mehr zu klettern."

Doch warum freiwillig derartigen Qualen aussetzen? "Die Leute sind normale Marathons satt. Durch einen Wald zu joggen, wo man vielleicht mal über eine Wurzel stolpert, gibt nichts mehr her", so Betzmann. "Die Teilnehmer wollen das Extreme, extremer als extrem. Sie laufen teils bis zum Zusammenbruch, weil sie dann wissen, wie weit sie gehen können."

Vorbild für den Hindernislauf sei das "Tough Guy Race" in England, das auf Trainingscamps britischer Elitesoldaten zurückgeht. Vorbereiten könne man sich auf die Herausforderungen etwa mit kaltem Duschen und Lauftraining in dünner Kleidung. Für den Rest brauche man eben Ausdauer. Falls die Hindernisse dann doch für den ein oder anderen unüberwindbar scheinen, sorgen neben dem Veranstalter auch die Johanniter vor Ort für Sicherheit.

Hilfe für Konkurrenten

Außerdem stehen die Teilnehmer erfahrungsgemäß füreinander ein. "Wenn da einer im Netz hängt, dann geht man da nicht einfach darüber hinweg, sondern hilft sich gegenseitig", erklärt Betzmann das geringe Verletzungsaufkommen der vergangenen Jahre. Der Startschuss für die ersten beiden Wettkämpfe fällt am Samstag, 14. Februar, parallel um 19.30 Uhr. Über insgesamt sechs Kilometer stehen bisher knapp 60 Läufer auf der Teilnehmerliste der Einzeldisziplin "Night Run".

Die gleiche Strecke absolvieren auch die mindestens vierköpfigen Teams im Gruppenrennen "All 4 One". Die einzelnen Mannschaften müssen dabei innerhalb von 15 Sekunden gemeinsam über die Ziellinie laufen. Am Sonntag, 15. Februar, gehen dagegen um 10 Uhr knapp 250 Teilnehmer an den Start des "No Way Out". Nach 10,5 Kilometern haben die geplagten Sportler die Wahl, ob sie noch einmal 5,5 Kilometer in Kauf nehmen oder direkt zum Ziel abbiegen.

Bei den Teilnehmern aus dem Landkreis befindet sich auch Franz Mädler für das "Team DJK Ursensollen" auf der vorläufigen Liste für Sonntagvormittag. Aber nicht Ursensollens Bürgermeister geht an den Start, sondern dessen gleichnamiger Sohn. "Das ist nur etwas für Verrückte, nicht mehr für meine Altersklasse", kommentiert der Senior schmunzelnd die Beteiligung des Juniors. "Mein Sohn schaut nach dem Lauf genau so alt aus wie ich."

350 Anmeldungen

Auch im vierten Jahr ist die Nachfrage für die Veranstaltung mit derzeit rund 350 Anmeldungen ungebrochen groß. Nur die Grippewelle mache den Sportlern wie auch den Organisatoren laut Betzmann zu schaffen.

Nachmeldungen seien jedoch noch bis kurz vor dem Start möglich, spontane Abenteuerlustige also willkommen. Weniger schlammhungrige Zuschauer können das raue Treiben vor Ort kostenfrei im Trockenen bestaunen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kreuth (654)Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.