Furchterregende Gestalten mit Stroh bekleidet und mit Sicheln und Sensen unterwegs
Ohne Specht kein Christkind

Vorm Vereinsheim in Münchenreuth treten die Spuchteln auf. Bild: hfz
Lokales
Bayern
24.12.2014
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"Wetza, Wetza, Bauchaufschneida" heißt es an Heiligabend, wenn die Specht durchs Dorf zieht. Ab etwa 13 Uhr auf dem Dorfplatz vor dem Vereinsheim tauchen die Gestalten auf. Die Münchenreuther "Spuchteln" werden mit Stroh bekleidet und mit Sicheln und Sensen ausgerüstet die bösen Geister aus dem Dorf treiben.

Das Jahr über haben die Ungetüme im Wald gehaust und ziehen stets kurz vor der Ankunft des Christkindes durch die Anwesen. Vor allem Kindern soll Respekt eingeflößt und überprüft werden, ob diese auch aufgegessen hätten und artig gewesen seien. Denn an diesem Tag werden nach dem Mittagessen die Essensreste "getragen".

Da dieses Datum früher als Fasttag galt, wurden von den Kindern den "Spuchteln" meist Überreste wie Fischgräten und Zwetschgen-Kerne übergeben oder unter Obstbäume gelegt werden, damit diese im Folgejahr wieder reiche Frucht tragen. Darin zeigt sich der vermutlich heidnische Ursprung dieses Brauchtums. Die Specht soll an diesem Tage alles Böse vertreiben. So heißt es auch noch heute bei den Älteren, wenn die Specht nicht käme, dann würde auch das Christkind ausbleiben. Zu dem Spektakel organisieren die Mitglieder des Schlüsselclubs einen kleinen Verkaufsstand. Dort sind neben Tee, Glühwein auch Honig-Met verzehrt erhältlich. Der Erlös dient der Erhaltung des Brauchtums im Kappldorf.
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