Geburtenzahl auf Tiefststand

Seit einigen Monaten gibt es von der Stadt Marktredwitz ein Willkommensgeschenk für alle Neugeborenen. Oberbürgermeister Oliver Weigel und Standesamtsleiter Gerhard Mundel (rechts) präsentierten das Lätzchen "Neu in Rawetz" und informierten über die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Bild: jr
Lokales
Bayern
31.01.2015
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Die Zahlen sind alles andere als erfreulich. Vergangenes Jahr kamen nur 96 Marktredwitzer zur Welt. Bei der Vorstellung des Jahresberichts des Standesamts merkte Oberbürgermeister Oliver Weigl deshalb an: "Seid fruchtbar und vermehrt euch."

96 Geburten - so wenig wie noch nie, bedauerte Standesamtsleiter Gerhard Mundel beim Pressegespräch. Dabei tue die Stadt alles, damit sich Eltern und Kinder in Marktredwitz wohlfühlen, unterstrich Oliver Weigel.

Doch Gerhard Mundel wartete auch mit positiven Zahlen auf. Erstmals gab es im vergangenen Jahr wieder einen deutlichen Zuzugsüberhang von 165. Dies, so Mundel, verdeutliche den Zentralitätsgrad und die Wohnqualität der Stadt. Die Stadt begrüße seit einigen Monaten die Neubürger und die Zugezogenen mit einem kleinen, aber netten Willkommenspaket. Den 96 Geburten stehen 239 Sterbefälle gegenüber. 2012 gab es noch 137 Geburten. Trotz des "Sterbeüberhangs" sei die Einwohnerzahl um 22 auf 17 035 gewachsen. Mundel machte deutlich, wie wichtig es sei, die schulischen Einrichtungen zu unterstützen und weitere Betriebsansiedlungen zu forcieren. Das bremse den Wegzug junger Leute. Im vergangenen Jahr gab es 848 Zuzüge und 683 Wegzüge. Derzeit leben in Marktredwitz 1152 ausländische Staatsbürger (6,25 Prozent). Die größte Gruppe stellen nach wie vor 378 Türken, vor 147 Tschechen. Gerhard Mundel präsentierte auch eine Statistik zur Religionszugehörigkeit: 36,5 Prozent Katholiken, 42,7 Prozent evangelische Christen. Den Bund der Ehe schlossen am Standesamt im vergangenen Jahr 67 Paare; ein Jahr zuvor waren es noch 7 Trauungen mehr. Beliebteste Hochzeitsmonate waren Mai und Oktober.

Emilie auf Platz eins

Das Standesamt beurkundete im vergangenen Jahr 381 Geburten (211 Buben und 170 Mädchen). Die meisten Kinder kamen im Juli und April zur Welt. Die Hitliste der männlichen Vornamen führen Ben, Lukas und Maximilian (mit je sieben Nennungen) an, bei den Mädchen ist Emilie mit zehn Nennungen der beliebteste Vorname, vor Anna, Sophia und Lena mit je acht Nennungen. "Emilie schaffte den Sprung auf Platz eins, nachdem dieser Name in den Vorjahren kaum in Erscheinung getreten ist", wusste Mundel. Bemerkenswert, so der Standesamtsleiter: Inzwischen sind 36 Prozent der Eltern der Kinder unverheiratet. In den 90er Jahren waren es 14 Prozent.
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