Gesunde Böden schätzen lernen

Entspannter Erfahrungsaustausch am Rande der Marktredwitzer Bodenschutztage: Dr. Johann Rohrmüller (links), Leiter der Dienststelle Marktredwitz des Bayerischen Landesamts für Umwelt, informierte sich am Stand des Geoparks Bayern-Böhmen bei Projektleiter Dr. Andreas Peterek (Zweiter von links) und Geoparkrangerin Monika Schaffer. Bild: hd
Lokales
Bayern
08.10.2014
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120 Wissenschaftler aus Deutschland, Italien und der Schweiz informieren und tauschen sich noch bis Freitag bei den Marktredwitzer Bodenschutztagen aus. Ihr Ziel: Ein Bewusstsein für den Wert des Bodens schaffen.

Böden entwickeln sich im Lauf von Jahrtausenden aus verwitterten Gesteinen und abgestorbenen Pflanzenresten. Diese "Haut der Erde" dient Menschen, Tieren und Pflanzen als Lebensgrundlage. Boden liefert Nährstoffe und filtert Schadstoffe aus dem Wasser. Doch diese "Haut" ist verletzlich. Das Bayerische Umweltministerium fördert daher Projekte zur Stärkung des Bodenbewusstseins und unterstützt die Marktredwitzer Bodenschutztage maßgeblich.

"Ich freue mich sehr über Ihr Interesse an den neuesten Entwicklungen zur Vor- und Nachsorge im Bereich des Bodenschutzes", begrüßte Oberbürgermeister Oliver Weigel die rund 120 Wissenschaftler am Mittwoch im Egerland-Kulturhaus.

Zum Heusterzbühl

Weigel erwartete sich spannende Vorträge. "Selten sieht man solch geballte Kompetenz auf einer Veranstaltung." Viel versprach sich der Oberbürgermeister von den themenbezogenen Exkursionen, unter anderem zur Kontinentalen Tiefbohrung bei Windischeschenbach und zu einem der hundert schönsten Geotope Bayerns im Waldgebiet Heusterzbühl bei Tirschenreuth. Oliver Weigel lud die Teilnehmer der Marktredwitzer Bodenschutztage auch zu einer Führung durch den Auenpark und einem Empfang im Historischen Rathaus ein. Der Oberbürgermeister kündigte an: "Zum Abschluss führen wir Sie an einen düsteren Ort in Tschechien. Aber keine Angst. Es handelt sich um den kühlen Keller der Brauerei Chodovar. Nach einer Besichtigung der Brauerei werden Sie in einem einzigartigen Felsenlabyrinth zu Abend essen."

In Vertretung der verhinderten Schirmherrin Umweltministerin Ulrike Scharf eröffnete Ministerialrätin Christina von Seckendorff die achten Bodenschutztage. Dabei beklagte sie offen den schleppenden Aufbau von Bodenschutz-Rahmenrichtlinien, die für ganz Europa gelten. Auch der Bund sei gefordert. Um Böden wirkungsvoll schützen zu können, reiche das rechtliche Instrumentarium derzeit nicht aus. Weltweit würde wertvoller Boden zerstört. "Permafrostböden tauen auf, setzen Kohlendioxid frei." Bei der Erosion gehe Boden im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runter. "Die Probleme sind bekannt. Aber man muss sie wie ein Wanderprediger immer wieder thematisieren", verdeutlichte Christina von Seckendorff. Der Freistaat Bayern gebe jährlich 1,7 Millionen Euro für Umweltbildung aus.

Altlasten aufarbeiten

Ein wichtiger Themenblock sei bei den Marktredwitzer Bodenschutztagen erneut der Bereich Altlasten. Die Ministerialrätin unterstrich: "Bayern ist da auf einem guten Weg." Freilich gebe es noch viel zu tun. Förderlich sei dabei sicher auch der interdisziplinäre Austausch bei den Bodenschutztagen in Marktredwitz.
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