Goaßzoigl und goldene Straußeneier

Micharath helau. Im Kappldorf herrscht am Faschingsdienstag Ausnahmezustand. Ob großer oder kleiner Einwohner, jeder ist beim Fostantzug dabei.
Lokales
Bayern
17.02.2015
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Da kann sich eine Gemeinde noch so anstrengen und versuchen Missgeschicke unter den Teppich zu kehren, die Spione des Schlüsselclubs decken alle Peinlichkeiten auf. Beim Fosnatzug werden sie dann brühwarm unters Volk gebracht.

Wenn der Fasching auf die Zielgerade geht, steht das Kappldorf kopf. Manchem ist schon das Lachen im Halse stecken geblieben, wenn er sich mit seiner "Schandtat" wiedererkannte. Die Micharather sind schonungslos gegen jedermann, sehen und hören alles, haben überall ihre Agenten. Und die lieferten auch für den 43. Fosnatzug wieder reichlich Material.

Themen gut ausgebaut

Unter dem Motto "Themen gut ausgebaut" begrüßte der Schlüsselclub mit Prinzessin Rebecca I. und Christopher I. Tausende Zuschauer. Das Prinzenpaar residierte auf dem WM-Wagen, getarnt als Fußballweltmeisterpokal. Das war's schon mit den Großereignissen, die im Vorjahr die Welt bewegten. Denn der Fokus lag auf "Baustellen" im Umland.

Mehrere Steilvorlagen lieferte diesmal Waldsassen. Die Rosafärbung der Heiligenfiguren bei der Basilika-Renovierung war den Spionen besonders aufgefallen. "Heilige im Rosa-Lack - nicht Vogl's Geschmack", reimten sie. Das "Fosnatbladl" vertieft das Thema und weiß, dass die Kirchenverwaltung weitere Einfärbungen plant.So werde der Ochs in der Krippe durch eine lila Kuh ersetzt. Beim Kardinalsbesuch sollen die Außenwände der Basilika in Rot erstrahlen, "... so wie die Allianz-Arena in München". Komme ein ranghoher Politiker, so werden die Orgelpfeifen schwarz-rot-gold und blau-weiß beleuchtet. Brachte früher die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier die "Kohle" ins Kloster, werde das jetzt von der Straußenfarm am Mitterhof erledigt: Die Vögel sollen goldene Eier produzieren und dafür sorgen, dass die Klosterkasse immer gut gefüllt ist.

Da kann sich eine Gemeinde noch so anstrengen und versuchen Missgeschicke unter den Teppich zu kehren, die Spione des Schlüsselclubs decken alle Peinlichkeiten auf. Beim Fosnatzug werden sie dann brühwarm unters Volk gebracht. Bilder von Norbert Grüner



Gedanken machten sich die Micharather darüber, warum das Ortsschild "Waldsassen" am neuen Busbahnhof direkt überm Klohäuschen angebracht ist. "Zum Henker" hieß es auf einem Festwagen, der eine Guillotine vor dem Eingangsbereich des Gästehauses St. Joseph zeigte. "Dabei hätte das doch ein Willkommensschild werden sollen."

Natürlich hatte sich Konnersreuth einmal mehr mit großer Themenvielfalt für den Fosnatzug qualifiziert. "Nach Bürgerentscheid für den Abriss des Schafferhofs und dem Veto des Denkmalschutzes, braucht der Schaffer-Clan einen neuen Plan." Die Schlüsselclubberer schlugen eine Alternativnutzung als Goaßstool und Zoiglstubn vor. Das Anwesen könnte dann "Zum Goaszoigl" heißen. Vor dem "königlich-bayrischen Goaßgericht" landete der Fall des Eisstockvereins, der die Marktgemeinde auf eine freiwillige Spende verklagt hatte.

Tillenberg-Zahnradbahn

Die auffälligste Baustelle in Neualbenreuth: Der Bau der Tillenberg-Zahnradbahn. Die Schlüsselclubberer haben längst die Lösung und zeigten den Prototypen für die Fahrt zum Mittelpunkt Europas. Die Stadtkapelle Waldsassen hatte dafür extra zur Tillenzwerg-Kapelle umfirmiert. Weitere musikalische Begleiter waren die Stiftländer Jugend- und Blaskapelle und die Bauernkapelle Münchenreuth. Die Garden des Schlüsselclubs waren ebenso vertreten wie die der Tursiana Tirschenreuth und der aus Neualbenreuth.
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