Gute Mitarbeiter die Triebfeder

Scherdel-Marketingleiterin Carolin Bauer empfiehlt einen Besuch der Ausstellung "Scherdel - 125 Jahre Fortschritt aus Tradition" im Egerland-Kulturhaus. Bei freiem Eintritt ist die Jubiläumsausstellung bis Sonntag zu besichtigen. Bild: jr
Lokales
Bayern
23.09.2015
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Forschung und Innovation sichern den Erfolg. Wie Triebfedern wirken motivierte Mitarbeiter. Und so erreicht Scherdel im Jubiläumsjahr einen Jahresumsatz von rund 600 Millionen Euro. Das 125-jährige Bestehen feiert Scherdel am Wochenende.

Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten sind am Freitag ein Jubiläumskonzert mit den Hofer Symphonikern in der Fichtelgebirgshalle sowie am Samstag ein Festakt mit vielen geladenen Gästen. Noch bis Sonntag (täglich von 14 bis 17 Uhr) ist die Ausstellung "Scherdel - 125 Jahre Fortschritt aus Tradition" im Egerland-Kulturhaus zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Sigmund Scherdel hat das Unternehmen 1890 gemeinsam mit Ingenieur Friedrich Weiß im damaligen Markt Redwitz gegründet: eine Drahtzieherei in der Nähe des Bahnhofs. Durch die Heirat mit Margarethe Goller, sie stammte aus einer wohlhabenden Textilunternehmer-Familie, verfügte Scherdel über das notwendige Kapital. Das Produkt des jungen Unternehmens, ein Klaviersaitendraht, hatte durschlagenden Erfolg; bei der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 gab es dafür eine Goldmedaille.

Nur wenige Jahre nach der Firmengründung wurde die Produktpalette um die Weiterverarbeitung von Federstahldrähten zu Speichen, biegsamen Wellen, Zug-, Druck und Drehfedern ergänzt. Schon bald stellte dieser Bereich der Weiterverarbeitung den Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit. Als Rudolf Diesel 1893 an seinem ersten Schwerölmotor experimentierte, verwendete er Ventilfedern von Scherdel. Bald exportierte das Unternehmen seine Produkte auch nach Österreich, Frankreich, Russland und Amerika.

Rennsport

Die "Sigmund Scherdel KG" forcierte ab 1900 die Fertigung von technischen Federn für die Automobilindustrie. Auch viele erfolgreiche Rennwagen der damaligen Zeit fuhren mit Federn aus Marktredwitz. Das Unternehmen bewies: Scherdel-Federn halten selbst extremen Belastungen stand. Das Unternehmen wuchs. In den 30er Jahren wurde die Geschäftsführung mehr und mehr in die Hände der Gründersöhne Max und Bernhard Scherdel gelegt. 1935 trat der jüngste Sohn Rudi Scherdel ins Unternehmen ein. Seniorchef Sigmund Scherdel starb im Dezember 1936 im Alter von 78 Jahren.

Den technologischen Vorsprung, den sich die Firma Scherdel im Laufe der Jahre aufgebaut hatte, vergrößerte die neue Firmenleitung kontinuierlich. Noch 1936 wurde der zweite Standort des Unternehmens in Erlangen-Bruck gegründet. 1938 kam Walter Bach, ein Enkel des Firmengründers, zur Welt. 1960 trat er nach einer Schlosserlehre und einem Studium (Wirtschaftsingenieur) ins Unternehmen ein. Er war und ist maßgeblich für den weiteren Erfolg verantwortlich. Ein Höhepunkt im Leben von Walter Bach war, als er 1996 im Weißen Haus in Washington mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zusammentraf. Heute hat die Scherdel-Gruppe 4550 Mitarbeiter an 29 Standorten, darunter 9 im Großraum Marktredwitz. Der Umsatz im vergangenen Jahr betrug 601 Millionen Euro. Insgesamt arbeiten derzeit bei Scherdel 285 Auszubildende; alleine heuer wurden 47 Azubis am Standort Marktredwitz eingestellt. Großen Wert legt das Unternehmen auf Forschung und Entwicklung. Dort sind aktuell 270 Mitarbeiter beschäftigt. Weitsichtige Firmenlenker formten einen Weltmarktführer, der seine Bodenständigkeit nie verloren hat. Noch heute dient Walter Bach als Sprecher der Geschäftsleitung seinem Unternehmen. Unterstützung findet er bei seinem Sohn Marcus Bach sowie den Geschäftsführern Maximilian Freiherr von Waldenfels und Christian Schiener.
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