Gute Stimmung und Fröhlichkeit

Begehung des Geländes in Arzberg mit, von links, Sozialplaner Robert Stiefler, Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Bürgermeister Stefan Göcking, Landrat Karl Döhler und Geschäftsführer Erwin Struma. Bild: hfz
Lokales
Bayern
08.06.2015
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Gemeinsam nach Lösungen suchen und eine gute Zusammenarbeit pflegen, das war der Konsens des Treffens von Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler mit dem Geschäftsführer der Lebenshilfe Marktredwitz, Erwin Strama.

Beim Sozialbesuch überraschten die in der Werkstatt beschäftigten behinderten Menschen den Präsidenten mit einem selbstgestalteten Gemälde mit ihren Unterschriften. Der Präsident staunte über die gute Stimmung und die Fröhlichkeit, die in der Einrichtung zu spüren sei. Bei einem Rundgang durch die Förderstätte und die Werkstatt zeigten Erwin Strama und der stellvertretende Werkstattleiter, Andreas Weiß die Besonderheiten sowie die Schwierigkeiten auf, mit denen die Lebenshilfe als Träger zu kämpfen hat.

So müssen nach der Ausführungsverordnung zum Pflege- und Wohnqualitätsgesetz langfristig gut funktionierende und vertraute Räume der behinderten Menschen verändert werden, was enorme Kosten verursacht und auch für Unsicherheit der Betroffenen durch die entstehende vorübergehende Nutzungseinschränkung führen kann. Weitere Gesprächsthemen waren die anstehende Sanierung der Tagesstätte sowie die Personalsituation. Im vergangenen Jahr seien 520 Arbeitsstunden nur deshalb angefallen, um kranke Betreute zum Arzt zu begleiten. Da es keine Ärzte mehr gibt, die zu ihren Patienten direkt ins Haus kommen können, müssen im Falle eines erforderlichen Arztbesuches dann auch noch die Betreuer in den Einrichtungen vertreten werden. "Diese Mehrbelastung unserer hoch motivierten und engagierten Mitarbeiter - im vergangenen Jahr waren das hochgerechnet 80 Tage - können wir nirgends berücksichtigen", so der Geschäftsführer.

Ein weiteres brisantes Thema war das Älterwerden der Menschen mit Behinderung. Hier zeige sich der demografische Wandel besonders früh. Vor diesem Hintergrund müsse man sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und Lösungen zusammen mit dem Bezirk finden.

"Wir sind uns dieser neuen Herausforderung voll bewusst, erklärte der Präsident und verwies auf den "Arbeitskreis Zukunft Soziales Oberfranken". Darin haben Vertreter der oberfränkischen Wohlfahrtsverbände zusammen mit dem Bezirk Oberfranken ein Rahmenkonzept für die bedarfsgerechte Versorgung älterwerdender Menschen mit Behinderung erarbeitet. Strama dankte für das Vertrauen des Sozialausschusses in das geplante Projekt der Lebenshilfe in Arzberg. Auf dem Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik entstehen 30 Plätze für psychisch behinderte Menschen. Außerdem ist dort ein Wohnheim für 24 geistig behinderte Menschen mit herausforderndem Verhalten geplant.

In der anschließenden Begehung des Geländes in Begleitung des Bürgermeisters von Arzberg, Stefan Böcking, erklärte Struma den Gesprächsteilnehmern die Pläne der Lebenshilfe vor Ort. Mit dabei waren die Leiterin der Sozialverwaltung des Bezirks Oberfranken, Angela Trautmann-Janovsky und Sozialplaner Robert Stiefler, Dabei wurde deutlich, dass neben neuen Gebäuden auch die denkmalgeschützten Restgebäude miteinbezogen und saniert werden können. Dieses Vorhaben stieß bei allen Anwesenden auf positive Resonanz. Denn auf diese Weise kann auch ein Stück Stadtgeschichte lebendig gehalten werden.
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