Gutes Jahr mit schwachem Abgang

Die Mitglieder der Milchliefergenossenschaft schenkten Aufsichtsratsvorsitzendem Hans Scherm (Zweiter von rechts) und Vorstandsvorsitzendem Heinz Saalfrank (rechts) erneut das Vertrauen. Bild: lpp
Lokales
Bayern
16.04.2015
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Das Ende der Milchquote war natürlich eines der beherrschenden Themen bei der Generalversammlung der Milchliefergenossenschaft. Die Freigabe der Liefermengen biete Chancen, aber auch Risiken für die Milcherzeuger, betonte Vorstandsvorsitzender Heinz Saalfrank.

Mehrmals sei die Milchquote, nicht immer zum Wohl der Erzeuger, modifiziert worden, erinnerte Saalfrank in der Rückschau. Der Vorstandsvorsitzende der Milchliefergenossenschaft Marktredwitz-Selb zeigte im Egerland-Kulturhaus die Entwicklung des europäischen Milchmarkts in den zurückliegenden drei Jahrzehnten auf. Trotz der Milchquote habe es keine echte Stabilität des Milchpreises gegeben. Die Befürworter der Quote würden dem System nachtrauern, die Gegner sahen darin lediglich eine Produktionsbeschränkung, so Heinz Saalfrank.

Unter Druck

Intensiv beleuchtete der Vorstandsvorsitzende die Milchpreisentwicklung im zurückliegenden Geschäftsjahr. Gestartet sei man mit einem Preis von über 40 Cent pro Kilogramm; der weltweite Mehrverbrauch habe den Absatz der Produkte angekurbelt. Die nachlassende Weltkonjunktur und die Probleme mit Russland setzten ab der Jahresmitte die Preise bis zum Jahresende unter Druck, so dass der Milchpreis auf rund 33 Cent fiel, erläuterte Saalfrank. "Ein gutes Milchjahr mit schwachem Abgang." Der Vorstandsvorsitzende ging auf die Zweitagesabholung und den mit der Umstellung verbundenen Mehraufwand ein und dankte allen Beteiligten für die Mithilfe. Das Büro habe einen neuen Standort und sei bei der Besamungsstation untergekommen. Die Genossenschaft mit ihren 343 Mitgliedern habe über 72 Millionen Kilogramm Milch geliefert. Das bedeute eine durchschnittliche Tagesanlieferung von etwa 197 000 Kilogramm. Gegenüber dem Vorjahr mussten die Erzeuger jedoch eine geringe Senkung des Bruttomilchgeldes hinnehmen, fuhr Heinz Saalfrank fort.

In ihren Grußworten gingen Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, stellvertretender Bürgermeister Heinz Dreher und der Vertreter des Landrates, Gerald Schade, auf die Aufgabe der Landwirte als Lebensmittelproduzenten und Landschafts- und Kulturpfleger ein. Revisor Günther Edelmann stellte den Jahresabschluss vor. Gegenüber 2013 gebe es eine Vermögensminderung aufgrund des "schwachen Abgangs" des Milchjahres. Den Jahresüberschuss bezifferte Edelmann mit rund 78 000 Euro. "Die Genossenschaft steht auf einem soliden finanziellen Fundament", attestierte der Revisor.

Turnusgemäß schieden aus Vorstand und Aufsichtsrat der Milchliefergenossenschaft Mitglieder aus, die sich jedoch zur Wiederwahl stellten. Über ein Vertrauensvotum freuten sich Heinz Saalfrank, Vorsitzender des Vorstandes, und Aufsichtsratsvorsitzender Hans Scherm.
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