Historischer Club Marktredwitz und Historischer Verein Oberfranken feiern "Verlobung"
Gemeinsam forschen und arbeiten

Die drei Vorsitzenden des Historischen Clubs Marktredwitz, Hermann Meier, Friedl Haubner und Bernhard Leutheusser, sowie zweiter Bürgermeister Horst Geißel, Regierungspräsident Wilhelm Wenning und Stadtheimatpfleger Karl Bröckl (von links) stießen auf die gemeinsame Zukunft von Historischem Club und Historischem Verein Oberfranken an. Bild: jr
Lokales
Bayern
25.09.2015
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Zu einer "Verlobungsfeier" trafen sich der Historische Club Marktredwitz und der Historische Verein Oberfranken. Die Marktredwitzer schließen sich dem Bayreuther Verein an, führen aber ihren Traditionsnamen weiter. Auf die Zusammenarbeit stießen die Vertreter beider Vereine im Beisein zahlreicher Gäste im Hotel "Meister Bär" an.

"Wir, die drei Aktivisten, der Friedl Haubner, der Hermann Meier und ich, sind alle vom gleichen Vorkriegsjahrgang und streben mit dem Zusammenschluss Nachhaltigkeit an. Wir möchten, dass die Aktivitäten in Marktredwitz auch nach uns fortgeführt werden", sagte Bernhard Leutheusser beim Empfang. Weiter erwartet sich der Historische Club eine Erweiterung der Möglichkeiten - in ideeller und materieller Hinsicht. So wurde das Jahresprogramm der Marktredwitzer schon in das Programmverzeichnis des Historischen Vereins Oberfranken aufgenommen und erreicht dadurch einen großen Leserkreis.

Kooperation

"Wir haben uns verlobt. Aber wir werden unsere Selbständigkeit weitestgehend erhalten und unsere Arbeit fortsetzen, so lange es noch geht", hob Leutheusser hervor. Keine Fusion also, sondern eine Kooperation. Die Ziele der Arbeit bleiben gleich: Erforschung der Geschichte von Marktredwitz und Umgebung (Eger), Pflege des Geschichtsbewusstseins, Bewahrung und Erschließung kultureller Überlieferungen, Vertiefung des Heimatgedankens und Zusammenführung der Menschen. Regierungspräsident Wilhelm Wenning machte deutlich, dass die Marktredwitzer dem Historischen Verein künftig als Regionalgruppe angehören. Eine Zusammenarbeit gab es schon länger. Nun soll sie intensiviert werden. Der Historische Club Marktredwitz besteht seit zehn Jahren und hat schon weit über 100 Veranstaltungen gehalten. Dank zollte der Regierungspräsident den Gründern um Hermann Meier und Bernd Leutheusser, die weiter im Boot bleiben. "Sie haben den Marktredwitzern die eigene Geschichte nähergebracht und damit wertvolle Arbeit geleistet. Jetzt gilt es, diese Arbeit gemeinsam fortzusetzen."

Wenning stellte kurz den "Historischen Verein für Oberfranken" vor, dessen Vorsitzender er ist. Gegründet 1827, hat der Verband aktuell rund 1100 Mitglieder. Er organisiert Seminare und Exkursionen, wobei die Schwerpunkte im östlichen Oberfranken liegen. Stolz zeigte sich Wenning über das in 188 Jahren zusammengetragene Archiv, mit vielen historischen Manuskripten und Originalurkunden. "Marktredwitz mit seiner in Oberfranken ganz besonderen böhmisch-österreichischen, egerländischen Vergangenheit wird unser Programm und unsere Aktivitäten bereichern." Zweiter Bürgermeister Horst Geißel dankte dem Historischen Club für seine Arbeit. "Sie halten Geschichte und kulturelles Erbe lebendig." Geißel erinnerte daran, dass Marktredwitz fast 450 Jahre zum Egerland gehörte, ehe es gegen die österreichische Gemeinde Vils eingetauscht wurde. Im kommenden Jahr sind es 200 Jahre, seit Marktredwitz zu Bayern gehört.

Dokumentationszentrum

Stadtheimatpfleger Karl Bröckl betonte: "Marktredwitz kann auf eine hochinteressante Industriegeschichte zurückblicken." Umso schlimmer sei es, dass jetzt die Benker-Gebäude wegen neuer Vorhaben abgerissen werden, wobei er durchaus Verständnis für diesen Schritt äußerte. Damit die Industriegeschichte nicht in Vergessenheit gerate, schlug er die Einrichtung eines Dokumentationszentrums vor.
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