Kräuter gegen Alterswehwehchen

Wie sehr wir von unseren Sinnesorganen abhängen, merken wir erst, wenn sie schwächer werden.
Lokales
Bayern
04.10.2014
14
0

Jeder altert. Doch Sprüche wie "Mich interessiert nichts mehr" oder "Lasst mir meine Ruhe" sind verboten, mahnte Heilpraktikerin Hildegard Kern bei einem Vortrag im Klinikum Fichtelgebirge.

Den Auftakt der Vortragsreihe "Herausforderung Älterwerden" übernahm Heilpraktikerin Hildegard Kern aus Nagel in den Häusern Selb und Marktredwitz des Klinikums Fichtelgebirge. Sie hatte viele Ratschläge dabei, wie man dem fortschreitenden Alter Qualität und Lebensfreude abgewinnen kann.

In den Statistiken, so die Referentin, werde man ab 65 Jahren als "alter Mensch" geführt und was den meisten, ebenfalls statistisch gesehen, vor allem zu schaffen mache, seien Probleme mit dem Bewegungsapparat, dem Herz-Kreislauf-System, dem Stoffwechsel, den Sinnesorganen und eine drohende Demenzerkrankung. Grundsätzlich gelte für alle Arten von gesundheitlichen Problemen: "Vorbeugung ist besser als Heilen". So spiele für fast alle sogenannten Altersbeschwerden das Zusammenspiel von Bewegung und gesunder Ernährung eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang ließ die Heilpraktikerin das Publikum gleich ein paar einfache Bewegungsübungen machen, um den Gelenkapparat sanft zu mobilisieren.

Entgiften

Um das Allgemeinbefinden zu verbessern und kleinen Wehwehchen beizukommen, seien auch etliche Kräuter gewachsen: Beinwell für die Gelenke, Weinraute für Muskeln und Sehnen, Brennnessel zur Entgiftung und Löwenzahn zum Stoffwechselausgleich.

"Wie sehr wir von unseren Sinnesorganen abhängen, merken wir erst, wenn sie schwächer werden", so die Referentin. Warum falle es aber vielen Menschen so schwer, ein Hörgerät zu tragen, viel schwerer, als eine Brille aufzusetzen? Dabei sei es sehr frustrierend, wegen Schwerhörigkeit von der Kommunikation rund herum ausgeschlossen zu sein oder die Lieblingsmusik nicht mehr genießen zu können. Besonders schwierig werde es für Betroffene und Angehörige, wenn neurologische Ausfallerscheinungen auftreten. Wie geht man miteinander um, was ist hilfreich, wie empfindet ein Mensch, der Demenz hat? Allgemein bekannt sei ja mittlerweile, dass alles, was das Gehirn fordert, degenerative Prozesse verhindert oder verlangsamt: "Nicht umsonst gibt es so viele hochbetagte Musiker, die immer noch geistig fit sind!" Doch auch kleine alltägliche Herausforderungen würden hier schon helfen, ermutigte Hildegard Kern: Einkaufslisten selbst schreiben, sich nicht jede Entscheidung von Jüngeren aus der Hand nehmen lassen, selbst Verantwortung tragen, vielleicht sogar für ein Haustier.

Was kann ich noch?

Doch was tun, wenn einen der alt gewordene Körper mehr und mehr im Stich lässt? "Machen Sie nicht an ein paar einzelnen Fertigkeiten fest, ob Ihr Leben noch Qualität hat! Fragen Sie sich vielmehr: Was kann ich noch?" Dass unsere äußere Hülle unaufhaltsam altere, könnten wir nicht beeinflussen, resümierte Kern, "aber wie's innen aussieht, entscheiden wir lange Zeit noch selbst".
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7172)Oktober 2014 (9310)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.