Landratsamt pocht auf Anbau

Lokales
Bayern
04.04.2015
6
0

Es passiert selten, dass sich zwei Gemeinderatsgremien zu einer Sitzung zusammenfinden. Für die Kommunalpolitiker aus Pommelsbrunn und Weigendorf gab es gleich zwei wichtige Gründe, sich zu treffen.

Heuer stehen die gesetzlich verordnete Kleinkinderbetreuung im Kindergarten "HaWei" in Hartmannshof und ein Teilausbau des Fünf-Flüsse-Radwegs zwischen Hartmannshof und Weigendorf bevor. Im Schulungsraum des Feuerwehrhauses war kein Platz mehr frei, als diese Themen erörtert wurden.

Bürgermeister Jörg Fritsch schickte voraus, dass die Gemeinde Pommelsbrunn die Kleinkinderbetreuung für ihre drei Kindergärten bereits abgehakt hat. Zahlen für Hartmannshof lieferte Daniel Högner, beschäftigt in der Verwaltung in Pommelsbrunn. Im Kindergarten "HaWei" sind derzeit zwölf Kindern bis zu drei Jahren untergebracht. Im mehrjährigen Durchschnitt waren es neun.

Evelyn Kittel-Kleigrewe, im Landratsamt Nürnberger Land zuständig für Kindergärten, erläuterte, wie diese zwölf Kinder betreut werden. "Spielen, Essen, Schlafen und Wickeln - alles spielt sich in einem Raum ab. Das entspricht nicht dem geforderten Standard und muss beanstandet werden", erklärte sie. Damit stelle sie keineswegs die Arbeit der Betreuerinnen in Frage, sondern ziele auf den oft gestörten Ablauf einer guten Betreuung. Nur ein Anbau löse das Raumproblem.

Abwarten und planen

Ein Vorentwurf zeigte den erdgeschossigen Bau mit einem Verbindungstrakt zum jetzigen Gebäude. Bei den Kosten wurde der Pauschalansatz pro Platz angenommen und auf 500 000 Euro plus Außenanlagen geschätzt. Der staatliche Zuschuss liegt derzeit bei 43 bis 46 Prozent, wobei es früher 75 Prozent gegeben hätte. Es seien Bestrebungen im Gang, den Satz wieder zu erhöhen. Deshalb empfahl Jörg Fritsch, die Entwicklung abzuwarten, aber derweil die Planung voranzubringen.

Weigendorfs 2. Bürgermeister Fabian Bräutigam fragte nach dem Verfahren der Schätzung. Bauamtsleiter Erwin Bleisteiner verwies auf den Standardsatz von 2300 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Endgültige Zahlen brächten die konkrete Planung und Ausschreibung an der Tag.

Sowohl die vorhandene Heizung als auch die elektrische Zentrale für Turnhalle, Grundschule und Kindergarten könnten mit genutzt werden: Das würde die Kosten mindern, merkten Weigendorfer Gemeinderäte an. Zunächst geht das Landratsamt für Weigendorf von einem Anteil um 180 000 Euro aus. Den zusätzlichen Personalbedarf bezifferte Jörg Fritsch auf eine Erzieher- und eine Pflegestelle bei einem staatlichen Zuschuss von ca. 50 Prozent.

Entscheidung Ende April

Die folgende Diskussion drehte sich um die Kernfrage, ob ein Anbau angesichts der Bevölkerungsentwicklung unbedingt nötig sei. Das Landratsamt ist jedenfalls nicht gewillt, den Istzustand weiter hinzunehmen. Die Entscheidung in Weigendorf wird in der Sitzung Ende April fallen. Im gemeinsamen Schulvermögensverband werden die Finanzierung und der Baubeginn festgelegt.

Zum Schluss der Informationssitzung verwies Jörg Fritsch auf die langjährige gute Zusammenarbeit beider Gemeinden in gemeinsamen Objekten, die sich bei der Sanierung der Schulturnhalle bestens bewährt habe. Die Gemeinden könnten darauf stolz sein.
Weitere Beiträge zu den Themen: Pommelsbrunn (97)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.