Lukrative Relegation

Lokales
Bayern
09.07.2015
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Abstiegsregelung, mehr Geld für die Schiedsrichtergespanne und die regionale Auslosung der Relegation: Die Vereine hatten bei der Sommerarbeitstagung der Kreisligen im Fußballkreis Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth in Selb über einige Themen abzustimmen.

Kreisspielleiter Klaus Helgert war mit der Kreisliga-Saison 2014/15 "im Großen und Ganzen zufrieden". Während es beim Spielbetrieb wenig Probleme gab, stießen ihm Beleidigungen und verbale Angriffe auf Facebook, die gegen die Kreisspielleitung gerichtet waren, übel auf. "Spieler und Vereinsverantwortliche, die solche Dinge veröffentlichen, dürfen sich nicht wundern, wenn derartige Anfeindungen künftig sportgerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen", richtete Helgert deutliche Worte an ein besonnenes Auftreten in sozialen Netzwerken.

Fünf Abstimmungen

Im Mittelpunkt der Tagung standen fünf Abstimmungen, zu denen die Vertreter der Kreisspielleitung ausführlich Stellung bezogen. Helgert erläuterte den Vereinsvertretern zwei Modelle zur Abstiegsregelung in der neuen Kreisliga-Saison 2015/16: Entweder drei Direktabsteiger und ein Relegationsteilnehmer oder zwei Absteiger und zwei Releganten. Mit großer Mehrheit sprachen sich die Vereine für die zweite Variante aus.

Kreisschiedsrichter-Obmann Reinhard Burger bemängelte den eklatanten Schiedsrichter-Mangel. Mit viel Mühe sei es gelungen, 21 Neulinge für die Schiedsrichtergruppen Hof, Hochfranken und Marktredwitz zu gewinnen. Zudem bat er die Kreisspielleitung, eine Erhöhung der Kosten für die Schiedsrichtergespanne zur Abstimmung zu stellen. Die 32 Kreisligisten lehnten diesen Vorschlag jedoch mit 21:11 Stimmen ab.

Lediglich eine Nein-Stimme gab es bei der Frage, ob die Relegationsteilnehmer auch künftig nach regionalen Gesichtspunkten zugelost werden sollen. Helgert nutzte die Thematik, um den "oft gehörten Vorwurf", bei der Relegation verdiene hauptsächlich der Verband, zu entkräften. Deshalb veröffentlichte er die Abrechnung der Relegationsspiele zur Bezirksliga Oberfranken. "Der Verband erhält lediglich 15 Prozent der Einnahmen. Die restlichen 85 Prozent gehen an die beteiligten Vereine sowie den Ausrichter." Am Beispiel des Relegationsspiels TSV Konnersreuth gegen SpVgg Wiesau vor 1300 Zuschauern in Mitterteich zeigte er auf, dass die beiden Releganten dabei jeweils 1800 Euro erhielten. So habe Konnersreuth mit dem zweiten Relegationsspiel knapp 2900 Euro kassiert. "Auf Kreisebene verdienten die beteiligten Vereine 19 900 Euro und die Ausrichter noch 3100 Euro."

Ebenfalls deutlich fiel das Votum für einen wieder frühen Saisonstart 2016/17 bereits am vorletzten Wochenende im Juli (23./24. Juli) aus. Somit könne es die Kreisspielleitung bei zwei Wochenspieltagen wie bisher belassen.

Mit Blick auf die neue Saison, bezog Helgert Stellung zum Einspruch des Bezirksliga-Absteigers FC Rehau gegen die Ligeneinteilung. "Ich kann den Einspruch verstehen und nachvollziehen. Allerdings kamen zwei ungleich besetzte Ligen nie in Frage. Und nach einer Kilometer-Berechnung traf es eben den FC Rehau, der aus dem Norden in den Süden wechseln musste." Der Rehauer Widerspruch beim Bezirkssportgericht sei mit viel Mühe vorbereitet, letztendlich aber abgewiesen worden.

Rüge für die Meister

Kritik äußerte Helgert an den Vereinen, die der Meister- und Fair-Play-Ehrung der Brauerei Leikeim unentschuldigt fern geblieben sind. "Diese Vereine lassen Geschenke im Wert von mehreren Hundert Euro liegen." Ebenfalls nicht nachvollziehen konnte er, dass vier Meister aus dem Kreis auf die Teilnahme am Erdinger-Meister-Cup verzichteten. Mit dem ASV Wunsiedel gelang dem Kreisliga-Meister immerhin der Sprung zum bayerischen Landesfinale.

Udo Winkler vom Sportgericht blickte auf 419 Fälle (+65) in der Saison 2014/15 zurück. Neu sei künftig, dass zum Nachweis des Spielberechtigung ein Passbild in den Elektronischen Spielbericht (ESB) hochgeladen werden kann. "Das reicht künftig als Ausweis, jedoch warnen wir davor, komplett auf die alten Passmappen zu verzichten. Am besten machen die Vereine so weiter wie bisher und sehen den elektronischen Pass als zusätzliche Absicherung." Zudem sei die Frist zum Nachreichen von Pässen von drei auf zehn Tage verlängert worden. Und eine Sperre gelte künftig nur noch für den Wettbewerb, in dem eine Rote Karte kassiert wurde.

Kreisjugendleiter Klaus Schmalz bat die Kreisligisten, sich am Pilotprojekt "Liveticker" zu beteiligen. Zwar sei das "Tickern" nach wie vor freiwillig, soll künftig jedoch bis in die A-Klassen umgesetzt werden. Für die fleißigsten "Tickerer" gibt es am Ende einer Saison Spielbälle.
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