Marktredwitzer Chor mit der Pilsner Philharmonie beim XXIV. Festival Mitte Europa
Von der Bekehrung des Saulus

Kantor Michael Grünwald lädt am 28. Juni zur Aufführung des Oratoriums "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy in die Kirche Sankt Bartholomäus ein. Die Solisten singen direkt von der Kanzel im Hintergrund aus, der Chor und die Philharmonie nehmen darunter Aufstellung. Bild: lpp
Lokales
Bayern
12.06.2015
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Als einziges Laienensemble nimmt der große Marktredwitzer Chor zusammen mit der Pilsner Philharmonie am XXIV. Festival Mitte Europa teil. Zur Aufführung kommt am 28. Juni das Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Seit rund eineinhalb Jahren probt Kantor Michael Grünwald mit dem etwa 80 Personen starken Projektchor das umfangreiche Werk, dessen hochdramatische Geschichte von Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) in der Tradition des Barock gefasst und zu Pfingsten 1836 uraufgeführt wurde. Genau 30 Jahre ist es her, dass sein Vorgänger im Amt, Wolfgang Witt, das berühmte Oratorium in Marktredwitz aufgeführt hat.

Es war die Idee von Kantor Michael Grünwald, dem "Messias", den er zusammen mit dem Projektchor erfolgreich im Jahr 2013 in der Glasschleif aufführte, nun das Oratorium Paulus folgen zu lassen. In Kooperation mit der Kirchengemeinde und der Stadt Marktredwitz sowie dem Festival Mitte Europa wird das klanggewaltige Werk nun am 28. Juni um 17 Uhr in der Stadtkirche Sankt Bartholomäus präsentiert.

Die Bekehrung des Saulus zum Paulus steht im Mittelpunkt des Werkes. Sie war für den Komponisten Gegenstand intensiver persönlicher Auseinandersetzungen. Von Beginn an erfreute sich das Werk eines außergewöhnlichen Erfolges, der alles in den Schatten zu stellen schien, was an Oratorien seit Haydns Spätwerken in Deutschland geschrieben worden war.

Mehr Sitzplätze

Für die Aufführung in der Bartholomäuskirche hat sich der Kantor eine völlige Neuheit ausgedacht. Damit die Zuschauer von den Emporen nicht nur hörtechnisch in den Genuss des Werkes kommen, sondern die Akteure auch sehen können, wird der Kirchenraum umgebaut. Die Sängertribüne findet gleich neben der Kanzel Platz, das Orchester aus Pilsen in der Mitte der Kirche. Somit besteht die Möglichkeit, im Chorraum des Gotteshauses Sitzplätze für die Zuhörer zu schaffen.

Die Solisten Silke Mändl (Sopran), Adelheid Lang (Alt), Erwin Feith (Tenor) und Markus Simon (Bass) nehmen auf der Kanzel Platz und treten für ihre Vorträge unter den Schalldeckel der Kanzel.

Während der rund zweistündigen Aufführung wird es eine größere Pause geben, erklärt Grünwald. "Dann können sich die Besucher im Innenhof zwischen Kirche und Pfarrhof bei einem Glas Sekt eine biblische Speise schmecken lassen." Was genau es geben wird, steht noch nicht fest. Aber man wolle sich orientieren an den Zeiten des heiligen Paulus.

Begleitet wird die Aufführung des Oratoriums "Paulus", op. 36 MMV A 14, von einem Freiluftgottesdienst, den der Marktredwitzer Posaunenchor gestalten wird. Ein Kaffee-Treff des Aktionskreises "Evangelische Jugend MAK - mach mit, sei dabei" im Pfarrhof steht auch auf dem Programm. Dankbar zeigen sich die Veranstalter für die finanzielle Unterstützung der Aufführung und des Rahmenprogramms durch die Stadt.

Einführungsabend

Um den "Paulus" inhaltlich verstehen zu können, gibt es am Donnerstag, 25. Juni, einen Einführungsabend. Dr. Vitus Froesch, Musikwissenschaftler aus Dresden, informiert in einem Vortrag über die musikalische und theologische Dimension des bewegenden Werkes. Im Oratorium verarbeitet Felix Mendelssohn Bartholdy seine Wandlung vom Judentum zum christlichen Glauben. Beginn der Einführungsveranstaltung ist um 19 Uhr im großen Saal des Gemeindehauses, Pfarrhof 4.
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