"Mister Gartenschau" sagt Servus

Max Wittmann an seinem Schreibtisch bei der Stewog in Marktredwitz. Am Donnerstag endet sein Berufsleben. Seit 1978 arbeitete der Mitterteicher für die Stewog und die Stadt Marktredwitz. Bild: jr
Lokales
Bayern
18.08.2015
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Stadtplanung, Stadtentwicklung und Stadtsanierung - das waren über 37 Jahre nicht nur die beruflichen Aufgaben von Max Wittmann. Da lag auch sein Herzblut drin. Jetzt nimmt der Stewog-Geschäftsführer was völlig Neues in den Blick: Den Ruhestand.

Der Mitterteicher beendet am Donnerstagabend seine berufliche Karriere. Geschichte hat der 65-jährige mit der Grenzenlosen Gartenschau geschrieben, die 2006 in Marktredwitz und Eger stattfand. Und dennoch: "Ich freue mich auf meinen Ruhestand", sagt Wittmann im Gespräch mit dem Neuen Tag.

Nach dem Besuch der Realschule Waldsassen und der Fachhochschule Regensburg startete er seinen beruflichen Werdegang in Architekturbüros in Weiden, ehe er sich bei der Stadt Marktredwitz und der Stewog bewarb. Dort war er seit Januar 1978 beschäftigt, vor allem in den Bereichen Stadtplanung, Stadtentwicklung, Stadtsanierung und Wohnungsbau. Im Mai 1988 wurde die Stadtbau GmbH gegründet, mit Max Wittmann als Geschäftsführer.

Erfolgreiche Tochter

Die Regierung von Oberfranken bestätigte die Stadtbau damals als Sanierungsträger für die Stadt Marktredwitz. Im November 1994 verschmolzen die Stadtbau GmbH und die Gewog in die neue Stadtentwicklungs- und Wohnungsbau GmbH.

"Die Stewog ist eine erfolgreiche Tochter der Stadt Marktredwitz" ist Max Wittmann besonders stolz. Aktuell unterhält die Gesellschaft 900 Wohnungen, wobei der Leerstand äußerst gering ist. Seit 1978 wurden 145 Sanierungsmaßnahmen vorbereitet, geplant und durchgeführt. Die dafür eingesetzten staatlichen und städtischen Mittel betragen über 45 Millionen Euro. Max Wittmann steht 15 Mitarbeitern als Chef war, "wobei mir das Teamwork immer sehr wichtig war", wie er sagt.

Sein berufliches Meisterwerk war die Grenzenlose Gartenschau im Jahr 2006. Noch heute schwärmt der künftige Pensionär in höchsten Tönen von dieser Schau, die damals von mehr als 500 000 Besuchern besucht wurde. Am 4. Dezember 2000 erhielt Marktredwitz den Zuschlag, nachdem sich die Stadt zwei Jahre zuvor beworben hatte. "Die Gartenschau war ein Motor für die Stadtentwicklung. Davon profitiert Marktredwitz noch heute", ist Wittmann überzeugt. "Ohne Gartenschau gäbe es heute kein Naturbad und keinen Auenpark."

Besonders freut sich Wittmann, dass die Gartenschau auch das Selbstbewusstsein der Bevölkerung verstärkt hat. "Die Menschen hier sind in diesen Tagen richtig aufgeblüht. Die Gartenschau erzeugte Aufbruchsstimmung in der Stadt und auch in der Region." Ein weiteres Meisterstück war die Einweihung des Kösseine-Einkaufszentrum im Jahr 1999. Zuvor musste die Chemische Fabrik 1985 geschlossen werden, erfolgte eine aufwendige Altlasten-Sanierung. "Wir wollten einen Magneten für die Stadt schaffen, dies ist uns auch gelungen."

Neuer Lebensabschnitt

Im privaten Bereich ist Max Wittmann seit 1977 mit Ehefrau Sigrid verheiratet. Die beiden Kinder Markus und Kathrin sind sein ganzer Stolz. "Ich habe sehr gerne gearbeitet, aber jetzt freue ich mich auf meinen Ruhestand und auf einen neuen Lebensabschnitt." Künftig will er mehr Zeit seiner Familie widmen. Vor allem seine Freizeitaktivitäten, als da wären Radfahren, Reisen, Skifahren und Spazierengehen, will er ausbauen. Und er hat sich fest vorgenommen, gemeinsam mit seiner Familie und Freunden die heimische Gastronomie zu unterstützen. Nicht zuletzt mit seinen Stammtischkollegen vom Josefsheim will er noch so einiges unternehmen.

Am Donnerstag 20. August, steht Max Wittmann ab 18 Uhr letztmals beruflich im Mittelpunkt, wenn er mit fast 100 Arbeitskollegen und Freunden auf dem Dörflaser Platz Abschied feiert. Er will sich bei allen Menschen bedanken, die sein Berufsleben über viele Jahrzehnte begleitet haben.
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