Mitterteicher Sonderausstellung eröffnet am 18. April im Museum Selb
Zwangsarbeit für Porzellan

Mit diesem Plakat macht die Sonderausstellung auf das Thema Zwangsarbeit in der keramischen Industrie aufmerksam. Bild: hfz
Lokales
Bayern
15.04.2015
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Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass - Berichte über Angriffe auf Fremde und Anfeindungen gegen Flüchtlinge sind in diesen Tagen wieder erschreckend gegenwärtig. Zur Erinnerung an die Menschen, die hier in der Region in Gefangenschaft arbeiteten und lebten, zeigt das Porzellanikon Selb ab Samstag, 18. April, die neue Sonderausstellung "Zwangsarbeit für weißes Gold".

Holocaust, Konzentrationslager, Blitzkrieg, Rassismus, Widerstand sind zentrale Begriffe, die das Bild der Zeit vom Nationalsozialismus prägen. Auch in der keramischen Industrie gab es Zwangsarbeit, organisiert vom Staat, von NS-Verbänden und Unternehmern. Das Zentrum der Produktion befand sich im nordöstlichen Bayern, in Thüringen und im westlichen Grenzgebiet der Tschechoslowakei, die 1938/39 gewaltsam unter deutsche Herrschaft gelangte.

Menschen aus vielen europäischen Ländern mussten bei der Erzeugung von Zier-, Gebrauchs- und Technik-Porzellan für den militärischen und zivilen Bedarf Zwangsarbeit verrichten. Die Ausstellung beschäftigt sich ganz konkret mit den Auswirkungen, welche die Zwangsarbeit im bayerisch-böhmisch-thüringischen Raum gehabt hat. Die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Zwangsarbeiter werden ebenso geschildert wie die Produkte, die sie in den Fabriken herstellen mussten. Die Ausstellung ist eine Übernahme durch das Museum Mitterteich und läuft bis 31. Mai.
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