Moschee mit zwei Minaretten

In diesem Gebäude an der Kraußoldstraße befindet sich ist bereits eine Moschee. Nun wird der gesamte Komplex umgewidmet. Bild: jr
Lokales
Bayern
14.01.2015
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Dass es schon lange eine Moschee in Marktredwitz gibt, ist bisher nicht besonders augenfällig. Das wird sich nach dem Aufbau einer Kuppel und zweier Minarette ändern.

Platzprobleme hat die türkisch-islamische Gemeinde schon länger. Nun stimmte der Bauausschuss der Umnutzung der ehemaligen Steinbearbeitungsfabrik Carl Meyer in eine Moschee mit größerem Gebetsraum zu. Integriert werden soll ein Jugendbildungszentrum, ein Laden sowie sechs Wohnungen. Die erweiterte Moschee soll einmal fast 400 Menschen Platz bieten. Einstimmig billigte der Ausschuss das Vorhaben des Türkisch-Islamischen Kulturvereins an der Kraußoldstraße 19.

Nutzungsänderung 1996

Oberbürgermeister Oliver Weigel betonte, dass der Kulturverein die Räume bereits seit den 1990er Jahren besitzt. Mit der Umnutzung sollen weitere Räumlichkeiten entstehen. Verwaltungsamtsrat Klaus Helm stellte das Projekt vor. Das ehemalige Firmengebäude gehört bereits dem Verein, 1996 erfolgte die Nutzungsänderung für kirchliche, kulturelle und sportliche Zwecke in Teilen des Gebäudes. Jetzt wird der gesamte Komplex einer neuer Planung unterzogen. Vorgesehen ist in dem Zwischenbau ein 270 Quadratmeter großer Gebetsraum für Männer. Dazu kommen ein 105 Quadratmeter großer Aufenthaltsraum, Waschraum und Sanitärräume. Im Erdgeschoss des Rückgebäudes ist auf 45 Quadratmetern der Einbau einer Küche geplant, außerdem Hobbyräume und ein Jugendbildungszentrum.

Den Gebetsraum, der bis zum Dach reicht, soll eine 4,5 Meter hohe Kuppel mit Halbmond (Holzkonstruktion, tragende Konstruktion aus Stahl) krönen. Zusätzlich werden an der Ostseite des Daches zwei Minarette von jeweils 6,5 Metern Höhe errichtet. Im ersten Obergeschoss des Zwischenbaus sind ein Gebetsraum für Frauen (168 Quadratmeter), ein Bildungszentrum, Sanitätsräume, ein Aufenthaltsraum mit Café, eine Bücherei, ein Leseraum, ein Hobbyraum sowie eine Küche eingeplant.

Bis zu 375 Menschen

Einschließlich des Kellergeschosses ergibt dies eine Nutzfläche von 1608 Quadratmetern, erläuterte der Vertreter des Bauamtes. Dazu kommen für die sechs geplanten Wohnungen 461 Quadratmeter. Die neue Moschee soll Platz für bis zu 375 Menschen bieten.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion mit Sitz in Köln als Bauherr hat bestätigt, so Klaus Helm, dass der Bau für kirchliche Zwecke bestimmt ist. Das Gebetshaus soll nach Möglichkeit auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Helm sah darin einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis zwischen Muslimen und Christen in Marktredwitz. Planungsrechtlich sei gegen die Umnutzung nichts einzuwenden.

Für Kuppel Statik prüfen

Für die Außenansicht des Gebäudes sind lediglich die Kuppel und die beiden Minarette neu. Helm machte darauf aufmerksam, dass die Unterschriften der Nachbarn noch fehlen, aber bereits angefordert sind. Stellungnahmen von Vertretern öffentlicher Belange liegen noch keine vor. "In jedem Fall muss die Statik für den Aufbau einer Kuppel noch geprüft werden", sagte der Bauamtsvertreter.

Uta Siegle (CSU) betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Christen in Marktredwitz funktioniert. Sie wollte wissen, ob die vorhandenen Stellplätze für die größeren Räume und die neuen Mieter der Wohnungen ausreichen. Klaus Helm verwies auf 27 vorhandene Stellplätze. Kurt Rodehau (SPD) nannte die Zusammenarbeit mit dem Türkisch-Islamischen Kulturverein hervorragend. Das Ortsbild werde sich durch Kuppel und Minarette verändern: "Das wird nicht jedem Bürger gefallen." Dennoch trage er aus Solidarität mit den Muslimen den Plan mit.
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