Mutmachende Nullnummer

Augsburgs Daniel Baier (rechts) und Josuha Guilavogui vom VfL Wolfsburg kämpfen um den Ball. Die Augsburger waren trotz der Nullnummer am Sonntag einigermaßen zufrieden. Bild: dpa
Lokales
Bayern
01.12.2015
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Das 150. Bundesligaspiel war auch ohne Siegtor ein Mutmacher für den FC Augsburg. Der Blick auf die Tabelle ist nicht mehr so deprimierend wie vor kurzem. Ein Schlüssel für den Abstiegskampf scheint gefunden.

Diese Nullnummer verbuchten die Macher des FC Augsburg eindeutig auf der Gewinnseite. Eine Woche nach dem befreienden 4:0 in Stuttgart verpasste der Europa-League-Teilnehmer beim 0:0 gegen Pokalsieger und Fußball-Vizemeister VfL Wolfsburg zwar den zweiten Sieg in Serie. Aber das 150. Bundesligaspiel machte den Schwaben Mut für den Endspurt bis zum Jahresende. "Wir haben zweimal zu Null gespielt. Es ist der richtige Ansatzpunkt im Abstiegskampf, dass du defensiv gut stehst. Wir sind auf dem richtigen Weg", resümierte Trainer Markus Weinzierl am Sonntagabend hoffnungsfroh.

Frühere Erfolgstugenden

Auch der Blick auf die Tabelle ist nicht mehr ganz so dramatisch. Am 14. Spieltag verließ der FCA immerhin die direkten Abstiegsplätze. "Beruhigt ist noch lange nichts", mahnte Stefan Reuter trotzdem. Aber auch der Manager hatte wie die 27 081 Zuschauer in den 90 vom Kampf dominierten Spielminuten eine Augsburger Elf auf dem Rasen gesehen, die wieder an frühere Erfolgstugenden anknüpft. "Die Mannschaft hat den defensiven Gedanken wieder drin", hob Reuter zufrieden hervor.

Der Weltmeister von 1990 blickt den noch ausstehenden drei Partien in Köln, gegen Schalke und zum Abschluss in Hamburg wieder mit einiger Zuversicht entgegen. "Wir können absolut mithalten und Paroli bieten. Wir können auf alle Fälle in jedem Spiel punkten", sagte Reuter.

"Wir sind positiv gestimmt nach dem 4:0 in Stuttgart und diesem 0:0. Jetzt können wir selbstbewusst in Köln auftreten", sagte auch Dominik Kohr. Der Mittelfeldspieler hatte in der 61. Minute das 1:0 auf dem Kopf, vergab die Großchance aber ebenso wie vor der Pause Kapitän Paul Verhaegh bei einer hervorragenden Schussmöglichkeit (43.). "Etwas mehr Ruhe im Abschluss, dann gehen wir als Sieger vom Platz. Solche Chancen können auch mal rein", beklagte Reuter.

Weinzierl lobte, wie gut und schnell seine Mannschaft "den Nackenschlag" der 2:3-Niederlage in der Europa-League gegen Athletic Bilbao weggesteckt habe. "Kompliment, wie sie gefightet hat", sagte übereinstimmend Reuter, der die Prioritäten noch einmal klar herausstellte: "Die Liga ist für uns das alles entscheidende."

Für Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking sind die zwei Gesichter seiner Mannschaft in der Bundesliga derweil ein Mysterium. Im eigenen Stadion ist der Champions-League-Teilnehmer auch in dieser Saison ein echtes Spitzenteam (sechs Siege, ein Remis, 19 Punkte). Auswärts tritt das mit teuren Stars wie Weltmeister André Schürrle gespickte Ensemble dagegen mit der Erfolgsquote eines Abstiegskandidaten auf: Sechs Punkte aus sieben Partien, nur ein Sieg und ganze drei Tore.

Auswärts viel schwächer

"Es gibt Phasen, wo man so ein Phänomen hat", bemerkte Hecking in Augsburg zu der erschreckenden Schieflage beim Tabellendritten. Er konnte spontan auch nur den Zustand beschreiben: "Wir entwickeln in dieser Saison einfach auswärts nicht den Elan wie zu Hause."
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